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Kosten liegen bei rund 200.000 Euro

Aus eckig wird rund: Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter lässt 150 Masten austauschen

Paderborn/Höxter

Der Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter lässt 150 eckige Haltestellenmasten gegen runde ersetzen. Das hat die Verbandsversammlung am Dienstag in Paderborn beschlossen. Kostenpunkt 200.000 Euro.

Von Marius Thöne

In den Kreisen Paderborn und Höxter werden 150 eckige Haltestellenmasten gegen rund ersetzt. Foto: Marius Thöne

Ursprünglich war der Verkehrsverbund von deutlich höheren Kosten ausgegangen und hatte vorsichtshalber 800.000 Euro im Haushalt zurückgelegt. Die Haltestellen-Posse hatte im Frühjahr sogar den Steuerzahlerbund beschäftigt.

Hintergrund des Masten-Austausches ist Kritik von Straßen NRW. Der Landesbetrieb hatte im Dezember vergangenen Jahres bemängelt, dass die gewählte Ausführung der 2013 errichteten Masten nicht richtlinienkonform sei.

Steuerzahlerbund eingeschaltet

Der Austausch betrifft die Stelen, die sich außerhalb geschlossener Ortschaften befinden und die gleichzeitig in Abschnitten stehen, auf denen mehr als 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. Der NPH rechnet zunächst mit einem Austausch von circa 150 Masten. Geprüft wird darüber hinaus, ob bisher bestehende, aber verkehrlich nicht mehr benötigte Haltestellen an Bundes- und Landstraßen aufgehoben werden können. Zum Beispiel im Falle ehemaliger, nun nicht mehr genutzter Schulbushaltestellen. Dort würden die Masten dann entfernt.

Als Straßen NRW am 2. Dezember 2020 mit der Aufforderung des Austausches auf den NPH zukam, musste zeitnah auch der Haushalt für 2021 verabschiedet werden. Zu diesem Zeitpunkt war nicht klar, ob alle der  800 außer Orts montierten Haltestellenstelen ersetzt werden müssen. Sicherheitshalber ging der NPH damals von einer Investition in Höhe von 800.000 Euro aus und bildete eine entsprechende Rücklage im Haushalt. "Inzwischen erfolgte eine eingehende Prüfung des Sachverhaltes und der möglichen Maßnahmen. Im Zuständigkeitsbereich von Straßen NRW müssen erheblich weniger Masten getauscht werden", heißt es in einer Pressemitteilung.  Zudem lägen die Kosten der Ersatzbeschaffung deutlich unter dem ursprünglichen Ansatz. Laut  NPH liegen die prognostizierten Kosten um 600.000 Euro niedriger als anfänglich geplant.

Allerdings werden auch nur die Masten an Bundes- und Landesstraßen getauscht. Ein Austausch an Kreisstraßen sei laut NPH nicht notwendig, weil von den Kreisen bisher keine Probleme gesehen würden. Die sehe auch Straßen NRW nur im Hochstift. Das sei unverständlich, schreibt der NPH.

Straßen NRW stößt auf Unverständnis

Die bundesweit gültige Richtlinie für den passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme (RPS), zu der auch der Einsatz von Leitplanken und Schutzwänden im Straßenverkehr zählen, zitiert Straßen.NRW auch im Fall der Fahrplan-Masten. Der Straßenbaulastträger sieht bei einer Montage am nahen Straßenrand die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährdet, denn die eingesetzten viereckigen Haltestellenstelen müssten bei Kollisionen durch Fahrzeuge abknicken. Dies sei laut Straßen.NRW nicht ausreichend der Fall. Hier sollen nun Rundmasten mit geringerem Durchmesser und Wandstärke eingesetzt werden.

„Keineswegs nachvollziehbar ist, dass die vorhandenen eckigen Masten, die in anderen Regionen in und außerhalb NRWs in vergleichbarem Umfeld verwendet werden, und bisher nur in den Kreisen Paderborn und Höxter und zudem erst acht Jahre nach Montage bemängelt worden sind“, wundert sich Marcus Klugmann, Geschäftsführer des NPH. Auch seien nennenswerte mit den Haltestellenstelen verbundene Unfallfolgen nicht bekannt.

Der Austausch der Masten auf die runde Version soll nun sukzessive durch die für die Wartung und Pflege jeweils verantwortlichen Busverkehrsunternehmen erfolgen.

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