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Ordensleute dem In- und Ausland bieten am Wochenende in Lichtenau-Dalheim ihre Waren an

Aus Klosterküchen und -kellern

Lichtenau

Das Zucchini-Relish aus der Küche von Schwester Jacoba Maria hat eine treue Fangemeinde. 2500 Gläser der süß-sauren Beilage hat die Ordensfrau der Neuenbekener Missionsschwestern vom Kostbaren Blut zuletzt beim Klostermarkt in Dalheim verkauft. Das ist allerdings schon zwei Jahre her: auch der Klostermarkt fiel 2020 Corona zum Opfer.

Von Hanne Hagelgans

Freuen sich auf den Dalheimer Klostermarkt: (von links) Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky, die Ordensfrauen Schwester Angelica Balate und Schwester Jacoba Maria und Organisatorin Eva Beyerstedt. Foto: Hanne Hagelgans

Umso mehr freut sich Organisatorin Eva Beyerstedt, dass der Markt diesmal stattfinden darf. Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. August, kommen Schwestern und Brüder aus mehr als 40 Konventen aus ganz Deutschland, aber auch weit darüber hinaus mit ihren Waren nach Dalheim. Die weiteste Anreise haben die Schwestern aus dem Kloster der Heiligen Elisabeth aus dem belarussischen Minsk, die kleine Kunstwerke aus Glas, Holz und Keramik sowie Ikonen mitbringen.

Ordensleute aus Frankreich, Österreich, Tschechien, Polen und dem gesamten Bundesgebiet reisen an. Viele halten dem Dalheimer Klostermarkt, der ohne Corona in diesem Jahr seine 20. Auflage gefeiert hätte, schon seit vielen Jahren die Treue. Neu mit dabei sind unter anderem die Franziskanerinnen aus Salzkotten.

Die Produkte, die die Brüder und Schwestern in ihren Küchen und Kellern, Werkstätten und Näh-Ateliers hergestellt haben, sind in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes und könnten von Supermarkt-Massenware kaum weiter entfernt sein. Stammgäste schwören auf den Senf der tschechischen Trappisten oder den Klosterkäse aus dem Stift Schlierbach in Österreich, und Kinder lieben die niedlichen Häkeltiere der Armen Schulschwestern vom Kloster Brede.

„Die Besucher kommen in Kontakt mit einer Welt, die sonst hinter Klostermauern verborgen ist“, versucht Dr. Ingo Grabowsky, Direktor des Klostermuseums, die Faszination des Marktes zu erklären. „Klosterkultur lässt sich hier mit allen Sinnen erleben.“

Die Ordensleute verstehen sich an den beiden Markttagen denn auch nicht vor allem als Verkäufer. Sie sind ansprechbar und geben gerne Auskunft über ihr Leben, ihren Glauben und ihren Alltag. Und sie laden ein. Es sei immer schön, wenn der Markt auch dazu diene, neue Gäste für den Besuch im klostereigenen Café oder Gästehaus zu interessieren, erzählt Schwester Jacoba Maria aus Neuenbeken.

Sie freut sich auch deshalb auf den Markt, weil er eine Gelegenheit zum Wiedersehen mit Brüdern und Schwestern anderer Orden ist. Viele kennen sich, und die Klöster im Umkreis, die Gästehäuser besitzen, helfen gerne bei der Unterbringung der weit angereisten Marktbeschicker.

Im Rahmenprogramm darf die Kräuterführung mit Pater Gerhard nicht fehlen. Das Team des City-Klosters Bielefeld steht für Gespräche über Gott und die Welt bereit, und ein Bücherflohmarkt lädt zum Stöbern ein. Der ökumenische Gottesdienst beginnt am Samstag um 17 Uhr und wird unter freiem Himmel im Konventgarten gefeiert.

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