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Jugendamt Höxter: Leitende Mitarbeiterin belastet Vorgesetzten

Ausschuss setzt auf Akten

Düsseldorf/Höxter

Im parlamentarischen Un­tersuchungsausschuss zum massenhaften Kindesmissbrauch auf dem Campingplatz in Lügde (Kreis Lippe) hat am Montag eine leitende Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes Höxter ausgesagt.

Von Andreas Schnadwinkel

Der Campingplatz in Lügde: Der Untersuchungsausschuss will dazu beitragen, Fälle von Kindesmissbrauch zu verhindern, Foto: dpa

„Sie hat zugegeben, dass sie schon im Januar 2019 Kenntnis von den Fällen hatte“, sagte der lippische SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn aus Blomberg. Ihr direkter Vorgesetzter habe sie angewiesen, Aktenvermerke nachzutragen, so der Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss weiter. Diese Anweisung lasse sich durch die Handakte dokumentieren.

„Von solchen Unterlagen versprechen wir uns Einblicke, das gilt auch für Spurenakten von Polizei und Staatsanwaltschaft“, sagte Berghahn und kritisierte, dass die Behörden mehr Interesse daran hätten, „ihren Stall sauber zu halten, als die Tragweite der Verbrechen zu sehen“. Die Taten seien so schlimm, dass „alle an einem Strang ziehen müssten. Aber es ist bislang nicht alles unternommen worden, um uns bei der Aufklärung zu unterstützen.“

Kirstin Korte äußerte am Montag den Eindruck, dass die betroffenen Mitarbeiter der Jugendämter „angstbeladen“ seien. „Das hat auch mit dem Ausschuss zu tun, denn manche Kollegen gerieren sich in einer Weise, die an Tribunale erinnert“, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete aus Minden dem WESTFALEN-BLATT.

Aus ihrer Sicht könne es nicht das Ziel des Gremiums sein, Jugendamtsmitarbeiter in ihrer Tätigkeit zu verunsichern. Korte: „Das Ziel des Ausschusses muss vielmehr sein, das Risiko so weit zu reduzieren, damit sich solche Fälle möglichst nicht wiederholen.“

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