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Sozialwerk Stukenbrock auf dem Gelände des ehemaligen Stalag 326 war bis 1970 Heimat für Kinder und Kranke

Ausstellung zeigt Folgen von Krieg und Vertreibung

Schloß Holte-Stukenbrock

In der Gedenkstätte Stalag 326 wird am Samstag, 11. Juni, eine Sonderausstellung zur Geschichte des Sozialwerks eröffnet. Einlass ist ab 14.30 Uhr, Beginn um 15 Uhr mit der Begrüßung und Einführung in die Ausstellung durch Oliver Nickel und Ulrike Pastoor, Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne, einem Grußwort von Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und einem Vortrag von Kuratorin Andrea Kamp aus Berlin zum Thema „Flucht, Vertreibung, Aufnahme“.

Auf dem Spielplatz des DRK-Kinderheims im Sozialwerk Stukenbrock, etwa 1948. Der Fotograf ist unbekannt. Foto: Archiv Klaus Streck

Danach erfolgt ein Rundgang durch die Ausstellung. Eine Anmeldung ist bis zum 8. Juni per E-Mail notwendig an [email protected]

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren wurde das Gelände des ehemaligen Stalag 326 (VI K) Senne zur Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen genutzt. 1948 gegründet bestand das Sozialwerk Stukenbrock bis Anfang der 1970er-Jahre. Die Ausstellung zeigt mit zahlreichen historischen Fotos die Entstehungszeit dieses Flüchtlingslagers, das speziell für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf eingerichtet wurde: Alte und Kranke, Blinde, alleinstehende Mütter mit Kindern, unbegleitete Jugendlichen sowie Kinder für „Erholungskuren“. Für deren Unterbringung und Versorgung wurden vorhandene Gebäude und Infrastruktur weiter genutzt. Die stammte nicht nur aus der Zeit des Stalag 326, sondern auch aus der Zeit des Internierungslagers, das die britische Militärregierung auf dem Gelände in der Nachkriegszeit eingerichtet hatte.

Die Ausstellung geht auch auf das Engagement der Wohlfahrtsverbände ein, die sich vor Ort um die Betreuung der Menschen kümmerten und beleuchtet die schwierigen Bedingungen, unter denen das Lager ausgebaut wurde. Das Sozialministerium des Landes NRW trug dabei die Verantwortung. Am Ende gibt es einen Ausblick auf die Unterbringung von Flüchtlingen in der jüngeren Vergangenheit, als das Gelände bereits von der Polizei NRW für Aus- und Fortbildungszwecke genutzt wurde.

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