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Städteplaner stellen online Konzepte für Nutzung der ehemaligen Kaserne vor – einer der innovativsten Stadtteile Europas soll dort entstehen – mit Video

Barker-Areal in Paderborn: Jetzt folgt der Realitätscheck

Paderborn

„Springbach Terrassen“, „Am Ostpark“ und „Nixdorf“: Das sind die Überschriften, mit denen die städtebaulichen Entwürfe für die frühere Barker-Kaserne von den Planungsteams Karres en Brands, Cityförster und ­Adept in einer digitalen Präsentation vorgestellt wurden.

Die Stadt wird jetzt einen sogenannten Masterplan für die Nutzung des Barker-Geländes (Bildmitte) entwickeln. Foto: Jörn Hannemann

Etwa 200 Zuschauer haben die Präsentation am Donnerstagabend live verfolgt und die Möglichkeit genutzt, den Planungsteams über eine Chatfunktion Fragen zu ihren Planungen zu stellen, teilte die Stadt Paderborn am Freitag mit. Das Video zu der Veranstaltung kann weiterhin auf dem Youtube-Kanal der Stadt Paderborn und auf der Projektwebsite paderborner-konversion.de/zukunftsquartier eingesehen werden.

Nach knapp vier Monaten Bearbeitungszeit bildete die Präsentation der Testplanungsentwürfe den Abschluss der ersten Phase des sogenannten Masterplanverfahrens zur Konversion der ehemals von den britischen Streitkräften genutzten Barker-Kaserne. Bürgermeister Michael Dreier (CDU) betonte laut der Mitteilung erneut die Relevanz der Planung für das Versprechen, das die Stadt ihren Bürgern gegeben habe: „Die Entwicklung des Quartiers bietet die große Chance, Paderborn fit für die Zukunft zu machen.“

Paderborn gehe mit dem Verfahren stadtplanerisch neue Wege, um einen der innovativsten Stadtteile Europas zu schaffen. Entsprechend ambitioniert sei auch der Anspruch an die Testplanungsteams gewesen: „Es galt, eine mutige, unkonventionelle und innovative Vision für das Areal zu entwickeln“, schreibt die Stadt. Bereits zur Zwischenpräsentation der Entwürfe am 31. März dieses Jahres sei nach Ansicht der Stadt deutlich geworden, dass die Teams diesem Anspruch gerecht geworden seien und mit visionären und zukunftsgerichteten Planungen aufwarten könnten.

Die technische Beigeordnete Claudia Warnecke sagte: „Wir befinden uns in Zeiten disruptiver Veränderungen und diskutieren über die Post-Corona-Stadt. Wir sind gefordert, neue und mutige Wege einzuschlagen, um unsere Stadt zukunfts­fähig zu machen.“

Bei Team Karres en Brands stehe das Thema nachhaltige Kreislaufwirtschaft und die Schaffung von klimaresilienten Stadtstrukturen im Fokus. „Urban Mining“ und „UP-Cycling“, also das Wiederverwerten und Aufwerten von recycelten Baustoffen aus der unmittelbaren Umgebung, sind wesent­liche Schlagworte in dem Entwurf. Die Planer von Cityförster beschäftigen sich vor allem mit funktionsgemischten Stadtstrukturen. Prägend für den Entwurf sei ein zentral angelegter und namensgebender Park. Der Park soll das grüne Herz des Stadtteils darstellen. Er ist von einem „lebendigen Saum“ umgeben, in dem sich das öffentliche, kulturelle und durch Freizeitaktivitäten geprägte Leben im Quartier abspielen soll.

Natürlich dürfe bei der Planung eines der „innovativsten Stadtteile Europas“ auch das Thema Technologie und „Smart City“ nicht fehlen. Das Team Adept setzt sich daher intensiv mit dem „Smart Citizen“, also einem durch Technologie geprägten Bürger der Zukunft, auseinander.

In der nun folgenden zweiten Phase des Masterplanverfahrens wird das Planungsbüro Urbanista die drei Testplanungsentwürfe zu einem Masterplan zusammenführen. In dieser Phase wird auch ein trotz aller Innovationsansprüche notwendiger Realitätscheck vorgenommen, um ein umsetzbares städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept zu erhalten. Ebenfalls soll es weiterhin regelmäßige Bürgerbeteiligungen geben. Die Fertigstellung des Masterplans ist laut Stadt bis zum Frühjahr 2022 vorgesehen.

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