1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bäume kippen auf ein Auto und eine Telefonhochleitung

  6. >

Sturmtief „Ignatz“ über dem Kreis Paderborn – Warnung vor Sturmböen gilt bis Freitag, 18 Uhr

Bäume kippen auf ein Auto und eine Telefonhochleitung

Paderborn/Lichtenau/Borchen/Delbrück

Das Sturmtief „Ignatz“ zog am Donnerstag übers Land. Im Kreis Paderborn habe es bislang keine größeren Schäden angerichtet, teilte die Polizei am Nachmittag mit.

- -

Bei Lichtenau-Grundsteinheim kippte ein Baum auf einen BMW, dessen Fahrer auf der B68 in Richtung Lichtenau fuhr Foto: Polizei Paderborn

Bis zum Nachmittag rückte die Polizei zu rund 30 sturmbedingten Einsätzen aus (Stand 14.55 Uhr). Am häufigsten mussten Bäume oder dicke Äste beseitigt werden. Dazu war vielfach auch die Feuerwehr eingesetzt. „Zäune, ein Trampolin, Baustellenschilder und Stühle wurden durch die Luft gewirbelt und landeten teils auf der Straße“, berichtete Polizeisprecher Michael Biermann.

Ein umgestürzter Baum auf der Josefstraße in Paderborn-Elsen. Foto: Polizei Paderborn

Die Polizei riet allen Verkehrsteilnehmern, Fußgängern und Fahrern, weiter vorsichtig zu sein: „Die Sturmgefahren dauern derzeit weiter an.“

Um kurz vor 13 Uhr kippte bei Lichtenau ein Baum auf einen BMW, dessen Fahrer auf der B68 in Richtung Lichtenau-Grundsteinheim fuhr. Der Sachschaden liegt bei etwa 2000 Euro. Am „kleinen Viadukt“ bei Paderborn-Neuenbeken kippte um 14.30 Uhr ein Baum auf eine Telefonhochleitung.

In Borchen machte sich ein großes Trampolin selbstständig, wie die Gemeindeverwaltung auf Facebook am späten Vormittag berichtete. Der Bauhof sicherte es im Bereich Kreuzricke. Der Besitzer soll sich bei der Gemeinde unter Telefon 05251/108110 melden.

Auch in Delbrück-Lippling sind Bäume umgekippt. Auf der Landstraße zwischen Lippling und Steinhorst lag ein Baum quer über der Straße. Mit seiner Krone hatte er sich in den Bäumen auf der anderen Seite verfangen. Der Löschzug Lippling zerlegte den Baum in kleine Stücke. Entlang der Landstraße knickten noch weitere Bäume ab und wurden Äste abgerissen.

Die Feuerwehr Paderborn zog am Freitagmorgen eine Bilanz der Unwettereinsätze: Am Donnerstag und Freitag, bis 7 Uhr, waren die Einsatzkräfte der hauptamtlichen Wachen Süd und Nord sowie die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Löschzüge acht Mal gefordert: Äste fielen demnach auf die Josefstraße, den Kirschkamp und den Dörenhagener Weg, Bäume stürzten auf die Paderborner Straße, den Schatenweg, die Warburger Straße sowie die Straßen „Dune“ und „Küllhof“.

Warnung des DWD

Die amtliche Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Sturmböen gilt für den Kreis Paderborn am Freitag bis 18 Uhr (Stand 8 Uhr): Die Sturmböen erreichen Geschwindigkeiten zwischen 55 und 70 km/h. Anfangs kommen sie aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung auf. In Schauernähe und in exponierten Lagen ist mit Sturmböen um 80 km/h zu rechnen.

Auch der DWD warnt vor weiter möglichen Gefahren: „Es können zum Beispiel einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie besonders auf herabfallende Gegenstände.“

Stadt Paderborn warnt vor Aufenthalt auf Friedhöfen

Wegen der schweren Sturmböen hat das Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn am Donnerstagvormittag mitgeteilt, dass das Betreten der städtischen Friedhöfe und bewaldeten Flächen auf eigene Gefahr geschieht: „Die Gefahr ist auf den Friedhöfen und in den Wäldern und überall dort, wo sich hohe Bäume befinden, wie auch in Parks, in diesen Tagen besonders groß.“ Auch nach Abflauen von Sturm und Böen bestehe Gefahr. Denn die Sturmeinwirkungen schaffen, so die Behörde weiter, oft nicht sichtbare Schädigungen, zum Beispiel in der Stabilität vor allem großer und alter Bäume. So können auch noch weit nach einem starken Sturm durch leichtere Winde gefährliche Situationen auftreten.

Bahnverkehr

Das Sturmtief über Deutschland führte zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr. In Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Regionalbahnverkehr bis auf Weiteres eingestellt, wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte. In Nordrhein-Westfalen fuhren zeitweise keine Fernverkehrszüge. Besonders im Saarland, in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern komme es zu Zugausfällen und Verspätungen, teilte die DB mit. Im Laufe des Tages rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen.

Startseite
ANZEIGE