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Zoll durchsucht auch Geschäftsräume und Wohnungen in Herford

Schwarzarbeit: Bauunternehmer sollen Millionenschaden verursacht haben

Herford/Osnabrück

Ein Großaufgebot von 170 Zollbeamten ist am Dienstag (17. Mai) gegen ein mutmaßlich illegales Firmennetzwerk im Baugewerbe vorgegangen. In den Morgenstunden wurden 17 Durchsuchungsbefehle vollstreckt. Geschäftsräume und Wohnungen von Beschuldigten wurden in Herford, Cloppenburg, Bremen, Braunschweig, Hannover und Hamburg durchsucht.

170 Zollbeamte haben diese Woche 17 Durchsuchungsbefehle gegen ein mutmaßlich illegales Firmennetzwerk im Baugewerbe vollstreckt. Foto: Hauptzollamt Osnabrück

Die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Oldenburg und des Hauptzollamts Osnabrück richteten sich im Wesentlichen gegen zwei Unternehmer. Ihnen wird vorgeworfen, sich zusammengeschlossen zu haben, um Sozialversicherungsbeiträge im großen Umfang und auf Dauer vorzuenthalten.

„Durchsuchungsobjekt in Herford waren private Räume eines Zeugen, der Geschäftsführer eines Unternehmens aus Niedersachsen ist“, teilt Dr. Mathias Hirschmann, Sprecher der Oldenburger Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mit. Im Fokus stehe somit kein Unternehmen aus Herford. Festnahmen habe es nicht gegeben.

„Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen schätzen wir den entstandenen Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro. Dieser Fall zeigt erneut den großen Schaden, den Schwarzarbeit zu Lasten der Ehrlichen verursacht“, sagt Dr. Thomas Möller, Leiter des Hauptzollamts Osnabrück.

Umfangreiches Beweismaterial wurde sichergestellt, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden. Spezielle Vermögensabschöpfer des Zolls sicherten außerdem erhebliche Vermögenswerte zur Schadenswiedergutmachung der geschädigten Sozialkassen.

Scheinrechnungen erstellt

Die Unternehmer sind verdächtig, seit Mai 2017 zahlreiche Arbeitnehmer beschäftigt zu haben, ohne diese ordnungsgemäß bei den Sozialkassen anzumelden. In beträchtlichem Umfang seien die Löhne schwarz ausgezahlt worden, schreibt das Hauptzollamt Osnabrück in einer Pressemitteilung. Zur Generierung der Gelder, die zur Zahlung der Schwarzlöhne benötigt wurden, erstellten sogenannte Servicefirmen Scheinrechnungen für tatsächlich nicht erbrachte Leistungen.

Die Ermittlungen richteten sich zudem gegen den Betreiber des genutzten Servicefirmengeflechts. Diesem Beschuldigten wird zur Last gelegt, Unternehmen gegründet zu haben, um mit diesen Abdeckrechnungen zu schreiben und überwiesenes Geld in bar an die Einzahler zurückzuleiten.

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