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Gegen den Trend: Im Pandemie-Jahr 2020 ist die Zahl der Beschäftigten im Kreis Paderborn gestiegen

Bauwirtschaft ist Motor in der Corona-Krise

Paderborn

Der Bau im Kreis Paderborn hat sich im Pandemie-Jahr 2020 erfolgreicher als andere Branchen gegen die Krise gestemmt: Die Zahl der Baubeschäftigten lag am Jahresende bei 7051.

Ein Bauarbeiter geht ein Gerüst herunter (Symbolbild). Foto: Martin Gerten

Damit gab es im ersten Corona-Krisen-Jahr im Kreis 273 Bauarbeiter mehr – ein Plus von 4 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zur Beschäftigung in der Corona-Zeit.

„Der Bau hat in der Pandemie für Stabilität gesorgt. Er hat der Krise die Stirn geboten wie kaum eine andere Branche. Vom Wohnungs- bis zum Straßenbau hat der Bau eine gute Job-Perspektive geboten“, sagt Sabine Katzsche-Döring. Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Ostwestfalen-Lippe sieht die Bauwirtschaft als „Motor in der Krise“.

Der Bau im Kreis Paderborn habe sich deutlich besser entwickelt als die übrigen Wirtschaftszweige zusammengenommen: Ohne den Bau gerechnet, stieg dort die Zahl der regulär Beschäftigten bis Ende 2020 auf 115.485. Gegenüber dem Vorjahr – und damit der Zeit vor Corona – ist dies immerhin noch ein Zuwachs um 382 Beschäftigte und damit ein Plus von 0,3 Prozent.

„Besonders stark hat die Krise bei den Mini-Jobs reingehauen“, so Sabine Katzsche-Döring. Außerhalb der Baubranche sei die Zahl der Mini-Jobber im ersten Corona-Krisenjahr im Kreis Paderborn um 2.183 auf 30.511 Ende 2020 gesunken – ein Rückgang um 6,7 Prozent. Auf dem Bau dagegen gab es Ende des vergangenen Jahres 1453 Mini-Jobber – ein Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sabine Katzsche-Döring beruft sich dabei auf eine Arbeitsmarkt-Analyse, die das Pestel-Institut mit Zahlen der Bundesagentur für Arbeit im Auftrag der IG BAU gemacht hat.

Aber: Der Bau brauche vor allem mehr Fachleute und habe eine Mammutaufgabe vor sich: Allein beim Wohnungsbau schiebt die Branche einen enormen Berg von genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen vor sich her. Allein in Nordrhein-Westfalen gehe es um 121.000 Wohnungen, mahnt die IG Bau. Darüber hinaus müsse sich die Branche auf ein „starkes Jahrzehnt der Sanierungen“ einstellen.

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