Hobby-Astronom Rainer Kleibrink aus Enger verfolgt partielle Sonnenfinsternis durchs Teleskop

Bedingungen für Beobachter optimal

Enger

Kein Wölkchen hat am Donnerstag im Kreis Herford den Blick auf die partielle Sonnenfinsternis getrübt. Wer mit entsprechender Brille ausgestattet war, konnte von 11.25 bis 13.35 Uhr beobachten, wie sich der Mond zwischen Erde und Sonne schob und dabei einen Teil des Himmelskörpers verdeckte.

Von Daniela Dembert

So sah die Sonne aus, als der Mond sich gestern zwischen Sonne und Erde schob. Die maximale Verfinsterung betrug im Kreis Herford 15 Prozent. Foto: Rainer Kleibrink

Hobby-Astronom Rainer Kleibrink verfolgt ein solches Ereignis nicht mit dem bloßen Auge durch ein Pappbrillengestell, er verfügt über das entsprechende Equipment, um sich Sonne und Mond ganz genau anzusehen. Ausgestattet mit einer Filterfolienabdeckung, die nur ein Tausendstel des Sonnenlichts durchlässt, hat Kleibrink sein Teleskop gen Himmel gerichtet und direkt mit seinem Laptop verbunden. Auf diese Weise kann er das Ereignis auch auf dem Bildschirm beobachten. Mit seiner speziellen technischen Ausstattung kann er die Sonnenfinsternis von seinem Balkon aus auch fotografieren.

Mit diesem High-Tech-Gerät hält der Hobby-Astronom Rainer Kleibrink die partielle Sonnenfinsternis auch fotografisch fest.. Foto: Rainer Kleibrink

In unseren Breiten beträgt die partielle Verfinsterung an diesem Tag 15,2 Prozent. „In südlicher Richtung nimmt sie ab, in nördlicher zu; am Nordpol steht der Mond in Gänze vor der Sonne, so dass die Finsternis ringförmig ist“, erklärt Kleibrink. Zu dem Strahlenkranz rund um den Mond kommt es, wenn dieser besonders weit von der Erde – diesmal knapp 400.000 Kilometer – entfernt ist und daher entsprechend klein erscheint, so dass die Sonne nicht vollständig verdeckt wird.

„Optimal“ seien die Bedingungen für die Beobachtung dieser Sonnenfinsternis, urteilt Kleibrink. Nicht einmal ein Zirruswölkchen am Himmel. Auch sei eine Sonnenfinsternis mitten am Tage immer besonders gut zu sehen und zu fotografieren, weil die Himmelskörper besonders hoch stünden und nicht durch Gebäude, Hügel oder Bäume verdeckt würden wie dies bei Sonnenauf- und -untergang sein könne. Diese böten zwar bei gutem Wetter durch ihr eindrückliches Farbenspiel tolle Bilder, seien jedoch ungünstiger zu beobachten, nicht zuletzt, weil das Lichtflirren für Unschärfe sorge.

Während seiner Beobachtungen hat Sternenliebhaber Rainer Kleibrink sich spontanen Besuch in den heimischen Garten geholt. Eine Gruppe der Kita Martinsstraße spielte auf der benachbarten Wiese. Kurzerhand lud Kleibrink sie in Vierergrüppchen ein, einen Blick auf die Sonne zu werfen. „Die waren richtig happy“, erzählt er.

Wer das Spektakel verpasst hat, muss nicht lange warten, denn im Oktober 2022 gibt es die nächste partielle Sonnenfinsternis mit ähnlichen Ausmaßen.

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