1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bei Verstoß droht strafrechtliche Verfolgung

  6. >

Sperrung der Reininger Straße erneut verlängert – Kreis warnt vor Überqueren der Brücke mit Autos

Bei Verstoß droht strafrechtliche Verfolgung

Stemwede

Über diese Nachricht aus der Kreisverwaltung in Minden werden sich Stemweder ärgern

Von Dieter Wehbrink

Eine der wichtigsten Einmündungen in Stemwede-Dielingen ist seit März für Autos (nicht für Fußgänger und Radler) gesperrt. Foto:

„Die Sperrung der Reininger Straße muss erneut verlängert werden – bis voraussichtlich Ende August“, teilt Mirjana Lenz, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke, mit. Somit ist für Autofahrer weiterhin ein Umweg von 2,4 Kilometern nötig, um mit dem Auto auf die andere Seite der Brücke zu gelangen. Und dabei fehlen doch lediglich zwei kurze Stücke der Leitplanke, doch genau diese fehlenden Teile bereiten laut Kreis große Probleme.

Zur Vorgeschichte: Bereits am 29. März war die Brücke gesperrt worden. Damals ging der Kreis davon aus, dass die Bauarbeiten “nur“ bis zum 4. Juni dauern sollten. Ein Irrtum, wie sich herausstellte: Am 9. Juli hieß es dann aus Minden, die Stelle müsse “bis Ende Juli“ gesperrt werden. Im Zuge der Sanierung sei es zusätzlich notwendig geworden, die Stahlschutzplanken zu demontieren, begründete die Kreisverwaltung die Verlängerung. „Das war so ursprünglich nicht vorgesehen und führt zu Problemen: Die alte Schutzeinrichtung hat ihren Bestandsschutz verloren und muss neu hergestellt werden.“ Mittlerweile hätten sich die „Richtlinien für passive Schutzeinrichtungen an Straßen“ geändert. Die vorhandene Breite der Brückenkappen und der anschließenden Gehweganlage reiche nach der neuen Vorschrift nicht mehr aus, so dass keine standardisierte Leitplanke gewählt werden könne.

„Daher wird eine Spezialanpassung erarbeitet“, hieß es vom Kreis. Man versuche, schnellstmöglich eine entsprechende Lösung zu finden. „Da dies aber ein unüblicher Einzelfall ist, gehören dazu umfangreiche Abstimmungen mit allen Beteiligten. Sobald der Entwurf vorliege, soll die Maßnahme mit Hochdruck fertiggestellt werden, versprach der Kreis am 9. Juli. „Fußgänger und Fahrräder dürfen die Stelle passieren, doch für den Kraftfahrzeug-Verkehr können wir aufgrund des Schutzstatus der DB-Linie die Straße nicht freigeben“, teilte der Kreis mit. „Da es sich um eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn handelt, dürfen keine Kraftfahrzeuge ohne entsprechende Absicherung passieren.“

Gut zu sehen: Die Leitplanken an der Bahnüberführungsbrücke der Reininger Straße fehlen und sind laut Kreisverwaltung wegen der Lieferzeit schwer zu besorgen. Deshalb dürfen zwar Fußgänger und Radler die Bahnbrücke nutzen, nicht aber Autos. Begründung: Unten fährt die ICE-Bahnstrecke entlang. Würde ein Auto das Geländer durchbrechen, könnte dies schlimmste Folgen haben Foto: Peter Goetz

Und seit Dienstag. 27. Juli, steht fest, dass die erneute Verlängerung der Bauphase fällig wird. Mirjana Lenz nennt den Grund: „Für die Rückhaltesysteme auf der Brücke ist jetzt zwar eine Sonderlösung erarbeitet worden, und die erforderlichen Arbeiten dazu sind in Auftrag gegeben. Allerdings wird sich aufgrund der schleppenden Lieferzeiten die Montage bis Ende August verzögern.“

Es bleibe nach wie vor dabei, dass Fußgänger und Radfahrer die Brücke überqueren dürften. „Eine provisorische Lösung für Kraftfahrzeuge ist aus Sicherheitsgründen wegen der ICE-Strecke weiterhin nicht möglich“, betont die Kreis-Sprecherin.

Über die lange Sperrung, die lediglich wegen fehlender Leitplanken verursacht wird, zeigen sich viele Dielinger ziemlich sauer. Manche riskierten offenbar die Überfahrt mit dem Auto, obwohl dies verboten ist und erhebliche strafrechtliche Konsequenzen haben kann. Darauf weist der Kreis in seiner aktuellen Pressemitteilung ganz ausdrücklich hin.

Mirjana Lenz warnt: „Auch vor dem Hintergrund des wiederholten Vandalismus an der vorhandenen Absperrung ist dies nicht zu empfehlen – ganz im Gegenteil. Wir weisen darauf hin, dass es sich dabei um keine Bagatelle handelt, sondern um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, der gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt wird.“

Für die mit der Sperrung verbundenen Einschränkungen und Behinderungen bittet der Kreis Minden-Lübbecke um Verständnis“, schreibt Lenz.

Startseite