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Deutsche Gebärdensprache: „Mehr als nur eine Hilfssprache“

Bernd Joachim aus Schlangen ist für die landeskirchliche Gehörlosenarbeit zuständig

Schlangen/Detmold

Sich verständigen, ohne einander zu hören: Das mag für viele widersprüchlich klingen. Und doch ist dies für rund 80.000 Menschen in Deutschland ganz normal, denn sie sind gehörlos. Sie sprechen mit den Händen – und hören mit den Augen, in der Deutschen Gebärdensprache. Die Lippische Landeskirche baut eine Brücke zwischen Hörbehinderten und Hörenden in und um Lippe.

Von Nicole von Prondzinski

Das Deutsche Fingeralphabet kann nützlich sein für die Kommunikation mit gehörlosen Menschen. Bernd Joachim zeigt hier eine Gebärde, die nicht nur für „I love you“ steht. Die Gebärde gilt auch als Zeichen der Solidarität für Gehörlose. Foto: Nicole von Prondzinski

„In Lippe leben etwa 200 bis 250 Gehörlose“, erklärt Bernd Joachim, der aus Schlangen kommt und für die landeskirchliche Gehörlosenarbeit zuständig ist. Um problemlos untereinander zu kommunizieren, können sie die Deutsche Gebärdensprache, kurz „DGS“, nutzen. Doch in der hörenden Welt stoßen sie oft auf Barrieren. Isolation und Ausgrenzung in allen Lebensbereichen sind die Folgen. Während der Schul- und Ausbildung, bei der Teilnahme am politischen oder kulturellen öffentlichen Leben, selbst in existenziellen Situationen wie im Krankenhaus oder beim Arzt: Gehörlose sind meist auf sich allein gestellt, denn Gebärdensprachdolmetscher sind rar. Trotz aller Hürden sehen sich Gehörlose nicht als behindert an. Sie „sprechen“ lediglich eine andere Sprache und haben ihre eigene Kultur.

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