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Straßenbeleuchtung in Borchen: Nach Umstellung auf LED fehlt das Streulicht – CDU will 12.000 Euro für zusätzliche Leuchten in Haushalt einstellen

Beschwerden über dunkle Ecken häufen sich

Borchen

Vielen Borchenern ist es zu dunkel. Nachdem die Gemeinde 2019 in den fünf Ortsteilen 718 Straßenleuchten auf LED hatte umstellen lassen, häufen sich immer in der dunklen Jahreszeit die Beschwerden bei Verwaltung und den Fraktionen.

Von Sonja Möller

An der Brücke Im Winkel Höhe Meierhof fehlt Beleuchtung, finden Ludger Henneken und Kornelia Wegener.

Die CDU wies bereits im Februar 2021 auf die Verschlechterung der Lichtqualität an einigen Standorten hin und wollte Westfalen Weser Netz dazu verpflichten, seine Zusagen einzuhalten. Immerhin hatte der zuständige Mitarbeiter im Vorfeld ausgeschlossen, dass sich die Lichtqualität verschlechtert.

Westfalen Weser Netz führte im Bauausschuss anhand von Messergebnissen aus, dass sich die Lichtqualität an den Standorten keinesfalls verschlechtert, sondern sogar verbessert habe. Das Problem liege an der insgesamt zu geringen Anzahl der Leuchten. „Die Helligkeit ist da, aber es gibt keine Streuung mehr. Dadurch wirkt es dunkler. Vorher haben die Lichtkegel auch nach hinten und zur Seite gestrahlt“, schildert der CDU-Fraktionsvorsitzende Ludger Henneken das Problem. Vor allem in Kreuzungsbereichen wie An der Altenau in Etteln fehlt das nach hinten strahlende Licht. „Wer hier von der ausgeleuchteten Straße in eine andere abbiegt, biegt ins Dunkle“, sagt CDU-Ratsherr Markus Reinstädler.

„Normalerweise müsste alle 40 Meter eine Leute stehen. Das ist nicht der Fall. Wir haben nachgemessen. Teils stehen die Leuchten 160 Meter weit auseinander“, sagt Ludger Henneken und betont, dass seine Fraktion die Notwendigkeit sieht, das jetzt anzugehen: „Es geht vor allem um die Sicherheit im Fuß- und Radverkehr. Auch die Zahl der Einbrüche steigt ja an. Und dunkle Ecken begünstigen, dass sich Einbrecher unbemerkt bewegen können.“

Die CDU beantragt deswegen, 12.000 Euro in den Haushalt 2022 einzustellen, um die Anzahl der Straßenleuchten auf gemeindlichen Flächen zu erhöhen. Dies soll am Parkplatz Hessenberg in Kirchborchen, am Tannenweg am Übergang zwischen Kirch- und Nordborchen sowie an den beiden Brücken Im Winkel in Etteln erfolgen.

Die dortige Brücke am Feuerwehrgerätehaus bezeichnet Kornelia Wegener, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, als Paradebeispiel für fehlende Leuchten: „Sobald es dunkel wird, ist die Brücke nicht mehr zu erkennen. Fußgänger nutzen Taschenlampen. Morgens laufen Schulkinder im Dunkeln drüber, um zur Schule zu kommen.“ Eine Beteiligung der Anlieger an den Kosten lehnt die CDU ausdrücklich ab und fordert, eine Kostenübernahme durch die Gemeinde zu prüfen und und Fördermöglichkeiten auszuloten. Die Beleuchtungssituation beschäftigt auch die Borchener Verwaltung, die bereits eine Summe in den Haushaltsentwurf 2022 eingestellt hat. Teils beträgt der Abstand zwischen den Straßenleuchten 100 bis 200 Meter, bestätigte Simon Daniel auf Anfrage: „Es ist dunkler geworden, in der Wahrnehmung der Bürger. Das Licht ist jetzt zielgerichtet und leuchtet nur Straßen und Gehwege und nicht die Umgebung aus. Dadurch wird Lichtverschmutzung vermieden“, erläutert der Fachbereichsleiter Bauverwaltung. Er war bei den Ortsterminen in Alfen, Etteln und Kirchborchen dabei. Die Begehungen in Nordborchen und Dörenhagen stehen noch aus. Die Verwaltung will nun die Anwohner anschreiben und nach ihrer Wahrnehmung der Situation fragen. Dabei soll auch auf eine Kostenbeteiligung nach dem Kommunalabgabegesetz (KAG) hinwiesen werden. Gesucht werde eine ganzheitliche Lösung für komplette Straßenzüge. Der Bauausschuss beschäftigt sich in seiner Sitzung am Dienstag, 18. Januar, mit dem CDU-Antrag. Beginn ist um 18 Uhr in der Gemeindehalle Kirchborchen.

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