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Neues Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler eröffnet – Bodelschwinghsche Stiftungen investieren acht Millionen Euro 

Bethel baut Hotel im Flutgebiet

Bielefeld/Ahrweiler

Bethel engagiert sich auch weiterhin im Flutgebiet: Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel haben in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Inklusionshotel eröffnet. Das „Bethel Hotel zum Weinberg“ in der rheinland-pfälzischen Stadt ist nach dem Hotel Lindenhof in Bielefeld und dem Hotel Grenzfall in Berlin bereits das dritte Bethel-Gästehaus, in dem Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten.

Bürgermeister Guido Orthen (von links), Hotel-Geschäftsführer und Bauherr Kay Andresen, Bethel-Vorstand Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong, der stellvertretende Landrat Horst Gies und Hotel-Geschäftsführerin Heike Pelzer stehen vor dem neuen Bethel Hotel zum Weinberg. Foto: Christian Weische / Bethel

Bethel-Vorstand Pastorin Dr. Johanna Will-Armstrong sprach allen Beteiligten, die an der Entstehung des Hauses beteiligt sind, ihren Dank aus. Sie sagte mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe in der Region im Juli 2021: „Wir haben in Bethel ein Motto: Gemeinsam leben und arbeiten. Das ist auch für das Ahrtal ein gutes Motto.“

Der stellvertretende Landrat des Kreises Ahrweiler, Horst Gies, nannte das Inklusionshotel „ein Vorzeigeprojekt für den gesamten Kreis“ und sprach von „einem wichtigen und guten Zeichen, dass es hier trotz der Flut weitergeht“. Auch Guido Orthen, Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, dankte Bethel. Er sagte: „Die Botschaft dieses Leuchtturmprojekts lautet: Wir werden es gemeinsam schaffen.“

Erster Gast des Hauses ist seit Anfang Februar Thisabe Alfter. Die 69 Jahre alte alleinstehende Frau, die nach mehreren Schlaganfällen auf einen Rollator angewiesen ist, befindet sich nach der Hochwasserkatastrophe auf Wohnungssuche. Der Aufenthalt im Bethel Hotel zum Weinberg tue ihr als Flutopfer „richtig gut“, sagte sie. Ihr Eindruck vom Haus ist durchweg positiv. „Die erste Nacht war ausgesprochen gut“, berichtete sie, „und der Kaffee zum Frühstück war der beste, den ich den vergangenen acht Monaten bekommen habe.“ In Kürze sollen in Kooperation mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler weitere Flutopfer im Bethel Hotel zum Weinberg untergebracht werden.

Im Hotel nehmen Menschen mit Beeinträchtigungen rund 40 Prozent der Arbeitsplätze ein. Sie sind in nahezu allen Bereichen tätig; zum Beispiel im Service, im Housekeeping und an der Rezeption. Bethel hat knapp acht Millionen Euro in das barrierefrei zugängliche Hotel am Bahnhof Bad Neuenahr investiert. Weitere 500.000 Euro sind für einen Anbau vorgesehen: Am Hotel soll eine Weinstube entstehen.

Einweihungsfeier soll im Sommer nachgeholt werden

Sechs der 72 Zimmer mit insgesamt 138 Betten sind rollstuhlgerecht konzipiert und mit elektrischen Pflegebetten ausgestattet. Je drei weitere Zimmer sind für Menschen mit Sehbehinderungen und für Menschen mit Hörschädigungen vorgesehen und bieten spezielle assistive Technologien wie etwa Lichtklingeln und visuellen Feueralarm. Zudem gibt es zwei Familienzimmer und ein Zimmer für Menschen mit Autismus.

Mittlerweile liegen für die kommenden Monate schon viele Reservierungen vor; besonders auffällig ist dabei die hohe Anzahl an Hochzeitsgesellschaften, die im Hotel feiern möchten.

Als sich die Flut ereignete, befand sich das Bethel Hotel zum Weinberg noch im Rohbau. Das weitgehend verschont gebliebene Haus diente zunächst als Versorgungspunkt für Opfer des Hochwassers. Im Hotel lagerten palettenweise Essenszutaten, Getränke und Gegenstände des täglichen Bedarfs, die Bethel gesammelt und nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gebracht hatte. Auf dem Moses-Parkplatz vor dem Hotel wurden zeitweise bis zu 6000 Essen täglich für Betroffene sowie Helferinnen und Helfer zubereitet. Ein gutes halbes Jahr nach der Flutkatastrophe kann der Tourismus in der beliebten Urlaubsregion nun dank des neuen Bethel Hotel zum Weinberg wieder Fahrt aufnehmen.

Die für Anfang Dezember 2021 vorgesehene offizielle Einweihungsfeier des neuen Hotels mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sie soll aber im Sommer dieses Jahres mit einem Begegnungsfest nachgeholt werden.

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