1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Betrüger am Telefon: Tochter soll Ungeborenes getötet haben

  6. >

Seniorin aus Nieheim wird Opfer einer dreisten Masche

Betrüger am Telefon: Tochter soll Ungeborenes getötet haben

Nieheim

Eine Seniorin aus dem Stadtgebiet Nieheim ist Opfer von Telefonbetrügern geworden. Sie übergab Wertgegenstände im niedrigen fünfstelligen Bereich an einen falschen Polizisten. Anschließend rief sie die echte Polizei an und meldete, dass sie versäumt habe, einen weiteren Wertgegenstand an den „Kollegen“ zu übergeben.

Eine Seniorin aus Nieheim ist Opfer der Betrüger geworden. Sie hatten die Frau massiv unter Druck gesetzt. Foto: Julian Stratenschulte

Am vergangenen Freitag riefen die Telefonbetrüger in den Mittagsstunden eine über 70 Jahre alte Seniorin an und verwickelten sie laut Kreispolizeibehörde Höxter in ein mehrstündiges Telefonat. Die Anrufer gaben sich als Polizist der Wache Bad Driburg und als ein Richter aus. Mit der Masche, die Tochter der Angerufenen habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Fußgängerin ihr ungeborenes Kind verloren habe, setzten sie die Seniorin unter Druck und forderten zur Freilassung der Tochter eine Kaution von 65.000 Euro. Alternativ wurde eine geringere fünfstellige Summe in Bargeld oder Wertgegenstände gefordert, die von einem Polizisten abgeholt und in einem Schließfach in Brakel deponiert würden. Durch die geschickte Gesprächsführung des falschen Polizisten und des falschen Richters erwirkten sie die Übergabe der Gegenstände am Nachmittag gegen 15 Uhr an der Haustür – an einen Mann, der im Telefonat als „Jurist“ bezeichnet wurde.

Um noch einen weiteren Wertgegenstand zur Kaution beizutragen, meldete sich die Seniorin laut Polizeibericht etwa eine Stunde nach der Übergabe bei der Einsatzleitstelle der Polizei Höxter, wo sich die Sache als Betrug herausstellte.

„Der Tathergang des aktuellen Falls zeigt erneut das geschickte und skrupellose Vorgehen der Täter. Entscheidend ist das Verhalten der potenziellen Opfer in solch einer belastenden Situation. Telefonische und persönliche Beratungen werden daher seitens der Kriminalprävention angeboten. In einem gemeinsamen Gespräch können wichtige Verhaltenshinweise zum Schutz vor Betrug besprochen werden“, teilt die Polizei mit. Terminvereinbarungen mit Katharina Willberg sind telefonisch unter 05271/9621353 oder per Mail an katharina.willberg@polizei.nrw.de möglich. Auch Informationsmaterialien und Warnaufsteller für das Telefon werden von der Polizei kostenfrei zugesandt.

Startseite