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In Bielefeld-Brake über die Gleise spaziert – Bundespolizei ermittelt

Betrunkene Frau (20) zwingt Zug zur Notbremsung

Bielefeld

Einen hochriskanten Heimweg hat eine 20-jährige Bielefelderin am Samstagmorgen gewählt. Betrunken und unter dem Einfluss von Marihuana spazierte sie über ein Bahngleis. Der Triebfahrzeugführer der Eurobahn musste eine Notbremsung einleiten.

Der Triebfahrzugführer der Eurobahn musste eine Vollbremsung einleiten. Foto: Thomas F. Starke

Laut Bundespolizei war die Frau in Brake in Laufrichtung Herford unterwegs, als der Eurobahn-Mitarbeiter auf sie aufmerksam wurde. Da die junge Frau nicht auf die Signalpfiffe reagierte, war der Triebfahrzeugführer gezwungen, eine Schnellbremsung einzuleiten. Glücklicherweise kam der Zug rechtzeitig zum Stehen. Im Anschluss versteckte sich die Frau hinter dem Zug, konnte aber durch den Triebfahrzeugführer entdeckt werden. Dieser sprach die Frau an und überredete sie, in den Zug einzusteigen und bis zum Bahnhof Brake mitzufahren.

Zeitgleich erhielt das Bundespolizeirevier in Bielefeld durch eine Zeugin und über die Notfallleitstelle der DB AG in Duisburg Kenntnis über den Sachverhalt und begab sich mit Einsatzkräften zum Bahnhof Brake. Die Frau wurde zunächst dem Revier der Bundespolizei in Bielefeld zugeführt.

Hier wurde mittels Atemalkoholtest festgestellt, dass die Bielefelderin mit 1,4 Promille nicht unerheblich alkoholisiert war. Dazu gab sie an, dass sie auch Marihuana konsumiert hatte. Auf Befragen sagte sie, dass sie lediglich ihren Heimweg abkürzen wollte. Über die Gefahren im Gleisbereich war sich zu keiner Zeit bewusst.

Fahrgäste wurden durch die Schnellbremsung nicht verletzt

Der Triebfahrzeugführer sah sich nach dem Vorfall nicht mehr in der Lage, seinen Dienst fortzusetzen und wurde abgelöst. Durch die Schnellbremsung wurde keine Fahrgäste verletzt.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde die junge Deutsche durch ihren Vater auf der Dienststelle abgeholt. Die Frau erwartet nun ein Strafverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Da bei ihr auch noch geringe Mengen Betäubungsmittel aufgefunden wurden, wurde sie dazu noch wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

„In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor dem Betreten der Gleise: Züge können nicht ausweichen. Sie haben einen langen Bremsweg, nähern sich oft fast lautlos und mit hoher Geschwindigkeit. Es besteht absolute Lebensgefahr“, so Tobias Bußkamp, Sprecher der Bundespolizei.

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