1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bewegende Friedensstunde in Hövelhof

  6. >

Menschen in der Sennegemeinde setzen Zeichen der Solidarität

Bewegende Friedensstunde in Hövelhof

Hövelhof

Rund 700 Hövelhoferinnen und Hövelhofer haben sich am Sonntag für eine Friedensstunde im Schlossgarten versammelt. Musiker aus dem Ort haben mit Liedern ein Zeichen für den Frieden gesetzt.

Etwa 700 Menschen nahmen an der Friedensstunde Foto: Gemeinde Hövelhof

„Die große Zahl der Teilnehmenden macht deutlich, wie sehr die Geschehnisse in der Ukraine die Bürgerinnen und Bürger bewegt. Ich habe die Veranstaltung als sehr emotional wahrgenommen“, sagt Bürgermeister Michael Berens, der zu der Veranstaltung im Rahmen des Projekts „Hövelhof hilft“ eingeladen hatte.

Die Friedenslieder, vorgetragen von den Siene-Puttkers, von Uwe Schiermeyer und von Bürgermeister Michael Berens mit Nichte Louisa sorgten bei manchen Anwesenden für Tränen in den Augen. Bertold Filthaut vom Pastoralteam der katholischen Kirche sowie der evangelische Pfarrer Ulrich Richter haben mit Fürbitten und dem Gebet der Vereinten Nationen einen geistlichen Impuls beigetragen.

Anja Berens, stellvertretende Vorsitzende des Sennekults Hövelhof, trug ein Gedicht zum Frieden vor.

In seiner Ansprache machte Bürgermeister Berens den Ukrainern Mut und versprach, Geflüchtete in Hövelhof willkommen zu heißen. Zudem bat er darum, hier vor Ort keinen weiteren Krieg zu entfachen: „Die Bevölkerung russischen Ursprunges fühlt sich diskriminiert, weil man ihnen vorwirft, einen Krieg angezettelt zu haben. Sie haben sich integriert, leben und arbeiten bei uns und tragen damit auch zu unserem Wohlstand bei. Sie sind es nicht und es ist auch nicht die russische Bevölkerung, die den Krieg wollte.“

Besonders gerührt zeigten sich die Anwesenden von den persönlichen Worten Marina Schmidts. Sie stammt selbst aus der Ukraine und lebt bereits seit 17 Jahren in Hövelhof. Sie berichtete, dass sie in der Sennegemeinde sehr herzlich aufgenommen worden sei und dankte für die große Hilfsbereitschaft ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Christian Bökamp, Sennekult-Geschäftsführer und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, erzählte bei der Veranstaltung von der Hilfslieferung an die polnisch-ukrainische Grenze. Seine klare Botschaft: „Die Hilfe kommt an.“ Mit dem Projekt „Hövelhof hilft“ wollen die Gemeindeverwaltung, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, des Vereins Sennekult und der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Hilfe an der polnisch-ukrainischen Grenze leisten. Innerhalb von drei Tagen konnten sie 21 Tonnen Hilfsgüter und mehr als 70.000 Euro Spendengelder sammeln. Zahlreiche Unternehmer, Vereine und private Unterstützer haben sich beteiligt. „Unsere Lieferung konnte schnell und unkompliziert entladen werden. Die Freiwilligen vor Ort waren begeistert – sowohl hinsichtlich der Menge, aber auch der professionellen Verpackung und mehrsprachigen Beschriftung stach unsere Lieferung heraus“, berichtet Bökamp. Die Hilfsgüter – darunter haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Kleidung – werden zum Teil für die Geflüchteten vor Ort genutzt, mehrheitlich jedoch in die Ukraine geliefert.

Spendenkonto

Nach jeweils etwa 20 Stunden Fahrzeit sind die ehrenamtlichen Helfer wieder in Hövelhof eingetroffen. Bei der Veranstaltung am Sonntag hat Bürgermeister Berens im Namen aller Beteiligten zugesagt, das Projekt „Hövelhof hilft“ weiterzuführen. Auch über das Spendenkonto kann das Projekt weiterhin unterstützt werden.

Die Bankverbindung lautet:
Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin e.V.
Volksbank Delbrück-Hövelhof eG
IBAN: DE48 4726 2703 7825 0000 00
Verwendungszweck: Hövelhof hilft

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

Startseite
ANZEIGE