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BI-Vorsitzender Dirk Wilhelm beruft sich auf eine Überflutungskarte der Bezirksregierung

„BGZ beschönigt Hochwasserrisiko“

Würgassen

Die von der BGZ geplante Aufschüttung des Geländes in Würgassen, um das künftige Bereitstellungslager für schwach- und mittelradioaktiven Müll aus ganz Deutschland hochwassersicher zu machen, reicht laut Dirk Wilhelm, Vorsitzender der Bürgerinitiative Atomfreies Dreiländereck , nicht aus. „Die BGZ beschönigt das Hochwasserrisiko am ehemaligen Kraftwerksgelände in Würgassen“, lautet sein Vorwurf.

Eine Hochwasserkarte der Bezirksregierung hat Dirk Wilhelm bearbeitet. Seinen Angaben zufolge könnte das Wasser bei einem 1000-jährigen Hochwasser in den hellblauen Bereichen einen halben Meter und in den dunkelblauen einen Meter hoch stehen. Foto: Dirk Wilhelm

Als Beleg dafür diene ihm eine offizielle Hochwasserkarte „HQ extrem“ der Bezirksregierung Detmold. Dieser Karte liegt eine Ablaufwassermenge von 2332 Kubikmeter pro Sekunde zugrunde, was einem 1000-jährigem Hochwasser entspricht. „Das Gutachten der BGZ fußt auf einer Menge von 2880 Kubikmeter pro Sekunden, was einem 10.000-jährigem Hochwasserereignis entspricht – und eben für dieses Szenario will die BGZ den Standort nach eigener Aussage sichern“, erklärt Wilhelm.

15 Zentimeter „Aufschüttung“ reichen nicht

Die jeweiligen Ablaufwerte seien ein Beleg dafür, dass die von ihm verwendete Karte, welche eine Überflutung des Zentrallagers und dessen Nebeneinrichtungen zwischen einem halben und einem Meter aufzeigt, bei der BGZ-Annahme sogar noch übertroffen würde. „Damit ist der Versuch der BGZ, im Nachgang zum Hochwasser-Gutachten der Öffentlichkeit zu suggerieren, dass 15 Zentimeter ‚Aufschüttung‘ zur Herstellung der Hochwassersicherheit ausreichen würden, gescheitert“, sagt der BI-Vorsitzende, denn: „Diese Aussage der BGZ ist lediglich in Bezug auf das Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks, welches bereits in den 1960-er Jahren aufgeschüttet wurde und nur einen kleinen Teil des Baugrunds ausmacht, korrekt“, sagt Wilhelm weiter.

Dieser Schaltkasten wurde auf ein um 1,25 Meter erhöhtes Podest gebaut. Für Dirk Wilhelm ein Beleg, mit welchen Hochwasserständen in Würgassen zu rechnen ist. Foto: Dirk Wilhelm

Eine um 1,25 Meter erhöht errichtete Schaltanlage für das vorhandene Zwischenlager unmittelbar am geplanten Baugelände deute es an: „Die Hochwassersicherheit auf dem Gelände nord-östlich des ehemaligen AKW Würgassen wird es nicht so einfach geben.“ Dieses vor etwa acht Jahren errichtete Bauwerk wurde auf einem um 1,25 Meter erhöhten Podest errichtet. Wilhelm abschließend: „Die mangelnde Tragfähigkeit des Baugrunds, also geologische Gefahren, und die nachgewiesene Hochwassergefahr am Standort sind Ausschlusskriterien beim Standortauswahlverfahren und nur ein Teil der Mängel am Vorhaben Bereitstellungslager/Logistikzentrum Würgassen.“

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