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Bürgerinitiative spricht mit CDU-Abgeordneten – Nicht Transporthalle sondern Zwischenlager sei geplant

BI fordert strengere Kriterien für Atomlager in Würgassen

Beverungen-Würgassen

Der Arbeitskreis Würgassen der Bürgerinitiative (BI) hatte die CDU Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie -Kandidaten der vier haupt-betroffenen Landkreise Höxter, Holzminden, Kassel Land und Northeim zu einem Informationsaustausch eingeladen.

Was wird aus dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes Würgassen? Foto: Harald Iding

Bei einer Übersicht über das Projekt „ZBL Würgassen“ für die neuen Teilnehmer dieser Runde machte der Arbeitskreis Würgassen nochmal deutlich, dass es bei der Ablehnung des Vorhabens keineswegs um „Sankt Florian“ gehe. Vielmehr setzten sich Bürger der Region gegen das Vorhaben zu Wehr, bei dem es sich nach Ansicht der BI um eine politisch motivierte Entscheidung ohne ausreichende, fachliche und vor allem standortbezogene Einzelfallprüfung handele.

Die Landtagsabgeordneten Matthias Goeken und Uwe Schünemann informierten über den aktuellen Stand der Beauftragung eines Logistikgutachtens, für das sie sich länderübergreifend in NRW und Niedersachsen eingesetzt hatten, um für Fragen zu Transporten, Wirtschaftlichkeit und grundsätzlicher „Sinnhaftigkeit“ des Vorhabens Klarheit zu schaffen.

Goeken und Schünemann sicherten zu, das Gutachten eng und kritisch zu begleiten und betonten die Absicht, sich ebenfalls um Einbindung der Bürgerinitiative zu bemühen: Die Berücksichtigung und Zulieferung aller relevanten Aspekte und Daten müsse sichergestellt sein, um letztendlich zu einem wirklich neutralen, faktenbasierten und damit aussagekräftigen Gutachten zu gelangen. Dazu sei man auch auf die Unterstützung aus dem Bundesumweltministerium angewiesen und hoffe auf baldige Auftragserteilung.

Die BGZ spreche von „mehreren Jahren“ Einlagerungsdauer, um die beabsichtigte Vorlaufstruktur für Konrad überhaupt aufbauen zu können. Allein das zeige, dass es sich nicht um eine Transporthalle, sondern um ein atomares Zwischenlager mit vollkommen ungeklärter Einlagerungsdauer handele. Dementsprechend müsse hier nach strengeren Kriterien vorgegangen werden mit entsprechender Sorgfaltspflicht aller vorgeschriebenen Planungs- und Ausführungsnormen. Bislang sei die Erfüllung dieser Kriterien bei den Vorbereitungen nicht erkennbar. Schubert erläuterte die Struktur vorliegender und öffentlich zugänglicher Bohrkerne, die nach aktuellem Stand von Forschung und Wissenschaft zu beunruhigen Befunden führten und ein Ausschlusskriterium für den gesamten Standort darstellten.

Auch die möglichen Auswirkungen der Atomgesetznovelle auf Würgassen wurden angeschnitten, die unter Umständen die Klagemöglichkeiten an Atomstandorten einschränken könnte. Dieses Thema soll in einem Folgetreffen vertieft werden. Thomas Viesehon, der kürzlich in den Bundestag nachgerückt ist, sagte weitere Informationen über den aktuellen Sachstand bis zum nächsten angedachten Treffen in derselben Runde zu. Der Arbeitskreis plant weitere Treffen zum Informationsaustausch mit den lokalen Abgeordneten der anderen Parteien.

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