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Lehrer gab Zehntklässlern in Bielefeld 30 Minuten zuviel Zeit

115 Heeper Realschüler müssen in die Nachprüfung

Bielefeld (WB). Ein Teil der Deutsch-Abschlussprüfung an der Heeper Realschule muss wiederholt werden. Die 115 Zehntklässler hatten 30 Minuten zuviel Zeit für ihre Arbeit. Die Bezirksregierung Detmold erkannte nach juristischer Prüfung einen Verfahrensfehler und ordnete gestern die Nachprüfung an. Diese erfolgt am 30. Mai.

Stefan Biestmann

Realschule Heepen Foto: Hans-Werner Büscher

Ein Lehrer der Realschule hatte am vergangenen Dienstag einen folgenschweren Fehler gemacht. Vor der um 9 Uhr beginnenden Deutschprüfung schrieb er als Abgabetermin 12.20 Uhr an die Tafel. Dabei wäre 11.50 Uhr die richtige Zeit gewesen. Denn für den ersten Teil der Deutschprüfung haben die Realschüler insgesamt 40 Minuten (inklusive 10 Minuten Nacharbeiten) und für den zweiten Teil 130 Minuten zur Verfügung. Auch die anderen Pädagogen im Raum, die den ersten Lehrer später ablösten, erkannten den Fehler nicht.

Kein Weg führt an einer Nachprüfung vorbei

Am Freitag erfuhr Realschulleiter Klaus Schweter von »Unregelmäßigkeiten«. »Ich habe dann sofort die Bezirksregierung verständigt«, berichtete er. In einer Ansprache an die Schüler in der Aula und einem Elternbrief entschuldigte er sich für den Fauxpas. Schon da war ihm klar, dass wohl kein Weg an einer Nachprüfung vorbeiführt. »Da es sich um eine landesweite Vergleichsarbeit handelt, müssen wir aus Gründen der Fairness diesen Irrtum korrigieren«, schrieb er im Elternbrief.

Die Bezirksregierung Detmold suchte nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Schule eine Lösung. »Ziel war es, die Belastung für die Schülerinnen und Schüler möglichst gering zu halten und zugleich eine rechtssichere Notengebung zu gewährleisten«, teilte Peter Westphal mit, Sprecher der Bezirksregierung.

Nur der zweite Prüfungsteil muss erneut geschrieben werden

Zumindest der erste Prüfungsteil werde vollständig gewertet, »da er im normalen Prüfungsmodus durchgeführt wurde« – und die erste Aufgabe fristgemäß abgegeben wurde. Es müsse also nur der zweite Teil wiederholt werden. Das Schulministerium stellt die neuen Aufgaben bereit. Der Termin am 30. Mai sei die letzte Abschlussprüfung der Zehntklässler. »Wir werden bei der Vorbereitung der Nachprüfung jetzt besonders vorsichtig und umsichtig handeln«, kündigte Schweter an.

Natürlich seien einige Schüler enttäuscht gewesen, berichtete Schweter. Denn die Nachprüfung bedeute auch »zusätzlichen Stress«. Das weiß auch Roger Filges, Vorsitzender der Schulpflegschaft. »Es ist äußerst ärgerlich, dass die Prüfung nachgeschrieben werden muss«, sagte er. Trotzdem sei die Entscheidung »für alle die richtige Lösung« – gerade im Hinblick auf Fairness und Gerechtigkeit im Vergleich zu anderen Realschulen. Aus seiner Sicht hat das Krisenmanagement an der Realschule Heepen insgesamt gut funktioniert. »Die Eltern und die Schulpflegschaft sind frühzeitig informiert worden. Und es wurde zeitnah entschieden.«

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