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Erste Kundgebung der neuen Bewegung „Rise up for Justice“ in Bielefeld

150 demonstrieren gegen Rassismus

Bielefeld (hu). Rassismus ist Alltag, auch in Bielefeld, sagt Noah Osemeha. Der 20-Jährige aus Kirchlengern gehört zu den Mitgründern der neuen Bewegung „Rise up for Justice – Vereint gegen Rassismus“, die am Samstag zu einer Kundgebung in der Innenstadt aufgerufen hatte. Etwa 150 Demonstranten trafen sich vor dem Hauptbahnhof, um von dort in einem Protestmarsch über die Mindener Straße, Elsa-Bränd­ström-Straße, den Jahnplatz und den Niederwall zum Rathaus zu laufen, wo es eine Zwischenkundgebung mit einer Schweigeminute gab. Von dort ging es weiter zur Abschlussveranstaltung auf dem Kesselbrink.

Zu den Rednerinnen bei der Kundgebung zählte beim Auftakt am Hauptbahnhof auch Ilayda Toson. Foto: Thomas F. Starke

Bei „Rise up for Justice“ („Steh auf für Gerechtigkeit“) handele es sich um eine parteiunabhängige und basisdemokratische Bewegung mit Mitgliedern aus ganz OWL, erklärte Mit-Gründer Sinan Demir am Samstag.

Eigene Rassimsus-Erfahrungen

Der Student hatte bereits die Kundgebungen gegen Rassismus und Polizeigewalt mitorganisiert, an denen in Bielefeld am 6. und 13. Juni jeweils mehrere hundert Menschen teilgenommen hatten. Diese waren eine Reaktion auf den Tod des US-Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Die neue Bewegung „Rise up for Justice“ wolle sich nun dauerhaft für die Bekämpfung von Rassismus einsetzten, „unabhängig von einzelnen Vorfällen“, erklärte Demir.

Bislang bestehe der „harte Kern“ der Bewegung aus 15 Mitgliedern, es gebe aber viele weitere „helfende Händen“. „Es sind Menschen, die selbst von Rassismus betroffen sind und anderen, die sich mit ihnen solidarisieren wollen“, so Noah Osemeha. Auch er selbst habe aufgrund seiner Hautfarbe bereits Rassismus und Diskriminierung erfahren, „auf der Straße, bei Kontrollen auf dem Kesselbrink oder wenn man nicht in den Club gelassen wird“.

Weitere Veranstaltungen geplant

Ziel sei es, die Initiative zu einer Massenbewegung zu machen, um dauerhaft und kontinuierlich auf das Problem aufmerksam zu machen, sagte Sinan Demir. Dass die Teilnehmerzahl am Samstag bei der ersten Kundgebung von „Rise up  for Justice“ eher überschaubar war, habe auch am starken Regen gelegen, so Demir. Die Zahl der Teilnehmer sei aber auch sekundär. Noah Osemeha: „Es geht darum, dass wir auf der Straße sind und dass man uns sieht.“ An diesem Samstag soll es ein Treffen geben, um weitere Aktionen zu organisieren.

Nach Angaben der Polizei verlief die Demo am vergangenen Samstag ohne Zwischenfälle.

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