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Gleichstellung und Respekt für Schwule, Lesben, Transgender und Bisexuelle gefordert - mit Video

2000 feiern CSD in Bielefeld

Bielefeld (WB). Beim Christopher Street Day gibt’s Kondome statt Kamelle. 2000 Menschen haben sich am Samstag an dem bunten und fröhlichen Umzug durch die Innenstadt beteiligt.

Michael Schläger

2000 Menschen haben den Christopher Street Day in Bielefeld gefeiert. Foto: Bernhard Pierel

Das Motto in diesem Jahr fiel ebenso klar wie drastisch aus: »Arsch hoch – Bielefeld gegen Homo- und Transphobie«. Denn trotz gesetzlicher Neuregelungen wie der Ehe für alle fühlen sich Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle – zusammengefasst in der Abkürzung LSBTI – weiterhin nicht vollends angenommen.

Das machte auch Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) in seiner Rede vor dem Rathaus deutlich. Der Christopher Street Day – kurz: CSD – erinnert weltweit an den Protest New Yorker Homosexueller gegen Polizeigewalt im Jahr 1969. Auch in Deutschland seien Menschen lange Zeit wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und eingesperrt worden, sagte Clausen. Der CSD sei deshalb ein Zeichen der Freude, »dass wir unsere Liebe jetzt frei leben können«. Aber: »Wir fordern nicht nur Paragrafen, sondern Respekt im Alltag.« Es gehe um Vielfalt statt um Einfalt.

Regenbogenflagge am Rathaus

Bevor sich dann der Zug mit Clausen und seinem Mann Tom Sopp an der Spitze in Richtung Siegfriedplatz in Bewegung setzte, hisste der Oberbürgermeister vor dem Rathaus noch die Regenbogenflagge. Die wehte als Zeichen der Toleranz bereits seit dem Morgen auch auf Bielefelds Wahrzeichen Nummer eins, der Sparrenburg.

Fröhlich ging es zu, ausgelassen war die Stimmung. Die Rhythmen von Samba-Trommeln und Techno-Musik legten sich wie ein Klangteppich über den Zug. Und doch war der in diesem Jahr ein wenig anders als in den Vorjahren. Nicht ganz so viele schrille Kostümierungen, dafür mehr klare Botschaften. »100 Prozent Mensch«, stand auf Plakaten oder die Forderung nach Akzeptanz und Gleichstellung.

Kühnert, der die Umzug-Teilnehmer zuvor schon nach ihrer Ankunft auf dem Siegfriedplatz begrüßt hatte, warnte vor den Gefahren, die durch rechtspopulistische Tendenzen auf die Schwulen und Lesben zukommen könnten. Sie postulierten weiterhin Heterosexualität als die soziale Norm.

Und dann: nichts als Party. Drei Bands gab’s zu hören: Ohrenpost, Steffi List und »Two hearts in ten Bands«. Die Stimmung: super. Das Wetter: heiß. Die Getränke: möglichst kalt.

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