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Neues Gutachten ermöglicht neuen Planungsansatz zur Bebauung der ehemaligen Wierum-Wiese in Bielefeld-Quelle

47 Wohneinheiten an der Arminstraße

Quelle

Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistungen (BGW), die letztendlich ins Leere liefen, hat der Queller Landwirt Roland Wierum jetzt einen Käufer für sein keilförmiges Wiesengrundstück zwischen Arminstraße und Bahnstrecke Haller Willem gefunden: Neuer Investor ist die Wohnquartier Kupferheide GmbH.

Markus Poch

Blick auf den Haltepunkt Kupferheide des Haller Willem: Von dort aus erstreckt sich das künftige Baugebiet in nördliche Richtung bis zur Arminstraße. Foto: Pappert + Weichynik

Hinter diesem Namen stecken die beiden renommierten Bielefelder Architekten Michael Pappert und Gerd Weichynik sowie der Steinhagener Bauunternehmer Nils Twelmeier. Mit ihrer speziell zur Erschließung des 1,75 Hektar großen Geländes gegründeten Firma wollen sie dort mittelfristig elf Einfamilienhäuser, drei Doppelhäuser, drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen und eine dreigruppige Kindertagesstätte anbieten. Ein Viertel der Wohneinheiten soll der sozialen Wohnraumförderung unterliegen.

Rund drei Millionen Euro sind eingeplant, um die Spiel- und Hundewiese bis zur Baureife zu bringen. Die Bezirksvertretung Brackwede hat der Erstaufstellung des Bebauungsplanes bereits zugestimmt. Laut Michael Pappert könnte die Vermarktung der Grundstücke und Wohnungen Anfang 2022 beginnen.

Wer die Erschließungsprozesse der Queller Neubaugebiete in der jüngeren Vergangenheit verfolgt hat, der wird sich darüber wundern, dass die Wohnquartier Kupferheide GmbH „plötzlich“ dort bauen darf, wo seit 2013 eigentlich die BGW am Drücker war. Wie berichtet, hatte die BGW ihre Pläne für bis zu 40 Wohneinheiten ausschließlich in Einfamilien- und Doppelhäusern irgendwann nicht weiter verfolgt, weil ein Lärmgutachten, besser gesagt: die darin geforderte, fünf Meter hohe Lärmschutzwand entlang der Bahnlinie, sich vernichtend auf die Lukrativität des Projektes ausgewirkt hätte.

Landwirt Roland Wierum nahm anschließend Verhandlungen mit den Architekten Pappert und Weichyn­ik auf, die vor Jahren schon konzeptionell am Bau der benachbarten Queller Ökosiedlung mitgewirkt hatten. Die beiden sahen sich das Grundstück an, ließen ein neues Gutachten anfertigen und kamen dadurch zu der Erkenntnis: „Wir können das Gelände weiterentwickeln.“ Als Bauträger holten sie Nils Twelmeier ins Team, mit dem sie schon andere Projekte erfolgreich umgesetzt hatten.

„Das neue Gutachten beruht auf neuen Prognosezahlen der Deutschen Bahn“, erklärt Twelmeier. „Dort geht niemand mehr davon aus, dass es auf der Strecke, wie ursprünglich geplant, noch einmal nächtlichen Güterverkehr geben könnte.“ Außerdem bestünden Überlegungen, den Haller Willem langfristig elektrisch und damit noch leiser fahren zu lassen. Beide Punkte machten die zuvor obligatorische Schallschutzwand obsolet. „Die Schwelle der Gesundheitsgefahr wird nicht erreicht“, heißt es in dem neuen Gutachten.

Die beiden Architekten tun das Ihre, um den Schallpegel von der Bahntrasse weiter zu drücken. So sind die Häuser schon lärmmindernd angeordnet. Carports und gläserne Wände sollen die Geräusche der Bahn zusätzlich reduzieren. „Gesundes Wohnen wird bei uns möglich sein“, verspricht Michael Pappert. Er geht davon aus, dass die Pläne spätestens zum Herbst 2021 öffentlich ausliegen.

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