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Bürgerinitiative fordert Tempo 30 für die Bleichstraße – „gefährliche Situation“

5. Kanton soll verkehrsberuhigt werden

Bielefeld (WB). Für mehr Lebensqualität und für eine „echte Beruhigung des Verkehrs“ setzt sich die Bürgerinitiative „Gemeinsam leben im 5. Kanton“ ein. Sie will Lastwagen in dem großen Wohngebiet zwischen Ziegelstraße und Stadtholz sowie Heeper- und Eckendorfer Straße raushalten. In einem Fünfpunktekatalog fordert die Initiative jetzt Maßnahmen von Politik und Verwaltung: vor allem Tempo 30 im Stadtteil.

Volker Zeiger

Die Bürgerinitiative im 5. Kanton macht sich für Tempo 30 auch auf der Bleichstraße stark. Foto: Bernhard Pierel

Die Initiative, die sich aus Bewohnern und Vertretern der Werbegemeinschaft 5. Kanton zusammensetzt, war im Mai vorigen Jahres gegründet worden, weil ein Bürgerzentrum vermisst wurde, der Abriss der alten städtischen Immobilie an der Petristraße 2 absehbar ist und die Verkehrssituation in den Tempo 30-Bereichen des Quartiers als sehr unbefriedigend erachtet wird.

Der Ruf nach einem Bürgertreff verstummte inzwischen, weil sich eine Lösung ergab - siehe Text „Kneipe am Freitag“. Aktuell bleibt der Wille der Gruppe, dass das Haus an der Petristraße 2 erhalten bleibt, weil es „stadtteilprägend“ sei und es junge Mieter gebe, die die Immobilie kaufen und erhalten möchten. Die Stadt als Eigentümer wolle das Haus eher einem Großinvestor überlassen, fasste Dieter Frohloff, Sprecher der Bürgerinitiative, am Dienstagabend bei einer Sitzung zusammen.

Höhere Bordsteine gefordert

Für dringend erforderlich hält die Gruppe eine umfassende Verkehrsberuhigung im Viertel. Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft beschlossen die Teilnehmer, rigide Maßnahmen von Verwaltung und Politik angesichts einer zunehmenden Belastung durch Schleichverkehr und Lärm einzufordern: Ein Durchfahrverbot für Lastwagen soll im ganzen Wohngebiet umgesetzt werden, denn es gebe kein „Großgewerbe“ mehr. Für die Bleichstraße fordert die Gruppe, dass diese auf ganzer Länge in die Tempo-30-Zone des Stadtteils einbezogen wird. Denn was für einen Abschnitt der Heeper Straße gelte, müsse auch für die Bleichstraße möglich sein. Außerdem sollten hier keine Lastwagen nicht mehr durchfahren.

Der Sicherheit von Passanten wegen fordert Frohloff im Namen der Initiative höhere Bordsteine an etlichen Straßen. Abgeflachte Gehwege würden – wie in der Finkenstraße mehrfach beobachtet – bei Gegenverkehr von Autos oder gar Lastwagen zum Ausweichen benutzt. Gefahr bestehe vor allem für Kinder, die auf dem Weg zur Schule seien. Außerdem hätten sich ältere Menschen „zunehmend über die gefährliche Situation“ beklagt. Die Bürgerinitiative verlangt ferner, dass auf den Straßen, wo sich Kitas und die Volkeningschule befinden, deutliche Kennzeichnungen angebracht werden und Aufpflasterungen an den Zufahrten ins Viertel erfolgen.

„Wir befürchten ein Verkehrschaos“

Angesichts des bald bevorstehenden Kanalbaus in der Heeper Straße „befürchten wir ein Verkehrschaos, wenn vorbereitungslos gesperrt wird und keine ausreichenden Vorkehrungen getroffen werden“, sagte Thomas Keitel, ebenfalls Sprecher der Bürgerinitiative. Der Verkehr müsse unbedingt weiträumig umgeleitet werden: stadtauswärts über „Am Stadtholz“ und die Eckendorfer Straße und von Heepen aus über die Heeper Fichten und die Ziegelstraße.

Auf die Vorschläge und Forderungen reagierte, wie Frohloff und Keitel hinwiesen, bereits das Amt für Verkehr. Es bot ein „informelles Gespräch“ an. Ergebnisse wurden nicht genannt. Doch offenbar lässt sich nicht alles so einfach durchsetzen, denn Dieter Frohloff kommentierte nur: „An unseren Forderungen ändert sich nichts.“

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