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Musik-Comedy-Duo zu Gast in Bielefeld

700 Fans feiern »Das Lumpenpack« im Forum

Bielefeld (WB). »Allein zu nix nütze, zu zweit eine Band« lautet die musikalische Selbsterklärung von Jonas Meyer und Max Kennel. Die beiden erfolgreichen Poetry-Slammer und Musiker haben als Duo »Das Lumpenpack« im ausverkauften Forum gespielt und hatten dabei auch ihren geheimen dritten Hauptdarsteller, das Konfetti, mit dabei.

Kerstin Panhorst

Jonas Meyer (links) und Max Kennel als »Das Lumpenpack« unterhalten im ausverkauften Forum 700 Fans mit ihren absurd-komischen Liedern. Foto: Panhorst

Denn dem bunten Papier haben die beiden als »Spaß auf Cellulose-Basis« nicht nur ein eigenes Lied gewidmet, sondern bringen das Material versteckt in doppelten Hosen auch mit auf die Bühne und werfen es regelmäßig ins Publikum. Eine bunte Show muss nämlich sein, denn »Wir sind wie Siegfried und Roy, nur mit weniger Tigern, wie Modern Talking mit besseren Liedern«, wie die Jungs aus dem Schwabenland singend bestätigen.

Bevor die beiden Mittzwanziger allerdings die 700 Besucher mit ihrer Konzertcomedy beglückten, durfte ein anderer bekannter Poetry Slammer das Vorprogramm bestreiten. Jason Bartsch heizte dem Publikum mit seinen Hymnen auf Bochum und gegen Herne (»Ich hab da aus Versehen ein Jahr gewohnt, da gibt es nur zwei Arten von Teenagern: Jungs und Schwangere«) ein und ließ seinem Hass auf die Deutsche Bahn und den Märtyrer der Liebe, Mario Barth (»Warum Märtyrer? Weil ich mir wünsche, dass er tot ist«) freien Lauf.

Von herrlich-böser Satire wechselte dann die Stimmung ins Mystisch-Magische, als das Lumpenpack, begleitet von märchenhaften Erzählungen aus dem Off, als Retter des Weserberglands die Bühne betrat, um seinen nicht ganz alltäglichen Alltag zu besingen.

»Andere schöne Töchter haben auch Mütter«

Denn manchmal gehen Jonas Meyer und Max Kennel in Versace-Kleidern auf Hochzeiten und merken erst vor Ort, dass eine andere, zufällig die Braut, dasselbe Outfit trägt. Oder sie werden vormittags als Babysitter eingesetzt und machen sich ihre Gedanken über bekannte Schlaflieder mit Zeilen wie »Morgen früh, wenn Gott will, wirst du wieder geweckt« (»Was ist denn wenn Gott nicht will? Kann dann Mama endlich wieder ausschlafen?«). Dann komponieren sie statt Hits wie ihrem »Guacamole«, dessen Video innerhalb kürzester Zeit über 10 Millionen Mal angeschaut wurde, eigene Kinderlieder, in denen Papa die Sportschau gucken will und die Kleinen das Maul halten müssen.

Manchmal beschäftigt sich das Duo aber auch mit Politik und Liebesbeziehungen gleichzeitig und dann kommt ein Lied wie »Eva Petry« dabei heraus, das wahlweise auch »Die Liebe in Zeiten der Cholera« und »Andere schöne Töchter haben auch Mütter« heißen oder einfach nur als sehr witziger Seitenhieb auf eine ehemalige AfD-Politikerin verstanden werden darf.

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