1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. 78 Fahrten für „Anton“ in Jöllenbeck

  8. >

Kleinbusse werden im Stadtteil bislang deutlich seltener genutzt als in Sennestadt

78 Fahrten für „Anton“ in Jöllenbeck

Bielefeld (WB). Ein Anruf oder einige Klicks in der Smartphone-App und Kleinbus „Anton“ steht kurz darauf an der nächsten Haltestelle parat – seit acht Wochen existiert nun dieses neue Mobilitätsangebot in Bielefeld-Jöllenbeck.

Hendrik Uffmann

Die Kleibusse haben sieben Sitze, ein- und aussteigen können Fahrgäste an 700 virtuellen Haltestellen in Jöllenbeck. Foto: Mobiel

Werktags von 9 bis 18 Uhr ist „Anton“ in Jöllenbeck im Einsatz, jede Fahrt kostet 1,50 Euro. Die Zahl der Fahrgäste hält sich bislang jedoch noch in Grenzen. Insgesamt wurden 78 Fahrten seit Marktstart Ende November gebucht und 101 Tickets verkauft, nennt das Verkehrsunternehmen Mobiel, das den „On Demand“-Verkehr ins Leben gerufen hat, nun erstmals Zahlen für Bielefelds nördlichsten Stadtbezirk.

Demnach wird „Anton“ in Jöllenbeck deutlich weniger genutzt als in Sennestadt. Dort fahren die Kleinbusse seit Ende Oktober, und seit dem wurden dort, wie berichtet, knapp 1300 Fahrten und 1700 verkaufte Tickets gezählt.

Unterschiedliche Bevölkerungsstruktur

Dass in Jöllenbeck deutlich weniger Menschen das neue Angebot nutzen, liege aber auch an der sehr unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur und den anderen Uhrzeiten, zu denen „Anton“ fährt, sagt Mobiel-Sprecherin Birgit Jahnke. „Wir haben für die Einführung bewusst zwei sehr verschiedene Stadtteile ausgesucht.“

So sei Jöllenbeck eine sehr ländliche Region, Sennestadt „wesentlich kompakter“. Außerdem ersetze „Anton“ in Sennestadt das Anruf-Sammel-Taxi, während die Möglichkeit, den Bus per Telefon oder App dann zu rufen, wenn man ihn braucht, in Jöllenbeck neu sei.

Auch die Nutzer des On-Demand-Busse seien in Jöllenbeck und Sennestadt sehr unterschiedlich. Während in Sennestadt ganz verschiedene Fahrgäste von jung bis alt damit führen und die Kleinbusse auch von Berufstätigen genutzt würden, seien es in Jöllenbeck vorwiegend ältere Menschen, so Birgit Jahnke. Zwar gebe es bislang noch keine genaue Erhebung über die Fahrgäste, „aber unsere Fahrer betrichten, dass es meist Senioren sind, die mitfahren“, so die Mobiel-Sprecherin.

Zugewinn an Mobilität

Für diese jedoch sei „Anton“ ein echter Zugewinn an Mobilität. So habe es eine 90-jährige Kundin gegeben, die dem Fahrer berichtet habe, wie froh sie darüber sei, dass sie auf diese Weise wieder selbst zum Einkaufen fahren könne, berichtet Birgit Jahnke.

Vermutlich sei dies für viele Fahrgäste in Jöllenbeck ein Grund, die Kleinbusse zu benutzen. Denn der beliebteste Tag sei bislang der Freitag, an dem es zum Beispiel auch den Wochenmarkt an der Amtsstraße gebe. Interessant sei auch, dass in Sennestadt häufiger auch Gruppen gemeinsam mit „Anton“ führen“, während es in Jöllenbeck vor allem einzelne Fahrgäste seien.

Ein Grund, warum das Angebot in Jöllenbeck bislang noch nicht so stark nachgefragt sei, sei auch der mangelnde Bekanntheitsgrad, vermutet Birgit Jahnke: „Vermutlich hat es sich noch nicht weit genug herumgesprochen.“

Deshalb will Mobiel Werbung für „Anton“ machen und dazu demnächst unter anderem Arztpraxen und Apotheken in Jöllenbeck ansprechen, damit diese künftig auf „Anton“ aufmerksam machen können. „Und vielleicht können Praxen ja auch als Service anbieten, für  ihre Patienten den Kleinbus zu rufen.“ Darüber hinaus werden die Planungen konkreter, auch in Jöllenbeck eine Servicestelle einzurichten, an der alle, die die „Anton„-App auf ihrem Smartphone installieren wollen, Hilfe dabei erhalten können. „Die Gespräche dafür sind auf einem guten Weg.“

Startseite