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Unimedizin: Baumaßnahmen in Vorbereitung – Ausgleich geplant

800 Bäume werden gefällt

Bielefeld (WB). Rund um Morgenbreede und Konsequenz geht die Entwicklung des Campus Süd der Universität Bielefeld sichtbar voran. Die Medizinische Fakultät wird nun auch baulich konkreter. Aktuell wird die Baustraße zwischen Wertherstraße und Konsequenz errichtet. Weitere Baumfällarbeiten sollen bald folgen.

Der Blick von oben zeigt, wo die Gebäude für die Medizinfakultät entstehen sollen. Dafür müssen Bäume gefällt werden. Die Rodungsarbeiten beginnen oberhalb der Verhaltensforschung (fünfgliedriger Flachbau in der unteren Bildmitte). Foto: Thomas F. Starke

Die Erweiterung des Gebäudes Z ist fast beendet. Demnächst beginnen Rodungsarbeiten hinter dem Gebäude der Verhaltensforschung. Auf dieser Fläche sollen ab kommendem Jahr die nächsten beiden Neubauten R.6 und R.7 für die Medizinfakultät entstehen.

Anschluss an Fernwärme

Um die Baustellenlogistik zu erleichtern und Beeinträchtigungen des Verkehrs auf umliegenden Straßen gering zu halten, wurde Ende August mit dem Einrichten der Baustraße zwischen Wertherstraße und Konsequenz begonnen. Zudem beginnen die Stadtwerke, die Medizinische Fakultät auf dem Campus Süd an das Fernwärmesystem anzuschließen.

Dies macht eine zeitweilige Sperrung der Voltmannstraße zwischen Universitäts- und Wertherstraße notwendig. Betroffen ist die Spur in Richtung Wertherstraße. Morgenbreede und Konsequenz bleiben befahrbar. Baustraße und Fernwärmeanschluss sollen bis zum Jahresende fertig sein.

Neben laufenden, fakultätsübergreifenden Bauprojekten wie etwa dem neuen Hörsaalgebäude und der Erweiterung des Gebäudes Z hat das Rektorat im September mit der Auftragsvergabe für das Gebäude R.2, das erste Neubauprojekt speziell für die Medizinfakultät, gestartet. Es soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein.

Sieben weitere Baumaßnahmen

Dem bereits bestehenden Innovationszentrum Campus Bielefeld (ICB, künftig R.1 genannt), das die Universität größtenteils angemietet hat, und dem direkt benachbarten Neubau R.2 sollen insgesamt sieben weitere Baumaßnahmen entlang der Morgenbreede/Konsequenz folgen. Als nächstes sollen im kommenden Jahr die Bauarbeiten zum Medizin-Hörsaal (Gebäude R.6) sowie für ein neues Tierhaus (Gebäude R.7) beginnen.

Als Vorbereitung dafür muss die Universität die Bäume hinter dem aktuell von der Verhaltensforschung genutzten Gebäude roden lassen. Die Rodungsarbeiten beginnen im Oktober, sollen drei Wochen dauern. Die Rodungsarbeiten für die Gebäude der Medizinischen Fakultät betreffen insgesamt etwa 800 Bäume und finden in zwei Abschnitten statt. Im Oktober 2020 werden zwei Drittel der Gesamtfläche gerodet. Ein weiteres Drittel fällt zu einem späteren Zeitpunkt.

Die sogenannten Naturdenkmäler, also die nach dem Naturschutzgesetz als besonders schützenswert definierten Bäume, bleiben dabei erhalten. Um einen Ausgleich für die Rodungsflächen zu schaffen, finanziert die Universität zunächst die Herstellungs- und Pflegekosten auf einem rund 6.000 m² großen Offenlandbiotop in Heepen (am Schelpshof). Zudem ist geplant, dass die Universität an die Stadt einen Ausgleichsbetrag zahlt – mit dem Zweck der Aufforstung von 28.000 Quadratmetern Fläche. Ein entsprechender Vertrag soll in Kürze abgeschlossen werden. Die Stadt Bielefeld verpflichtet sich darin, das Geld zweckgebunden zur Aufforstung einzusetzen.

Obstbäume für Uni-Beschäftigte

Und schließlich verschenkt die Universität Obstbäume an ihre Beschäftigten. Bei der Aktion haben sich mehr als 1.200 Uni-Mitarbeiter bereit erklärt, Bäume in ihren Gärten oder auf Terrassen in und um Bielefeld zu pflanzen. Diese Obstbäume werden noch in diesem Herbst an die Beschäftigten verteilt.

Insgesamt sollen entlang Morgenbreede/Konsequenz rund 31.500 Quadratmeter Hauptnutzfläche für Forschung, Lehre und Büros der neuen Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe entstehen. Die Universität schafft damit Platz für geplant 2.000 Studierende und für die Beschäftigten der Medizinischen Fakultät. Die ersten Studierenden sollen in einem Jahr ihr Studium beginnen.

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