1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. 9000 Euro zu Gunsten des Wolfsgeheges

  8. >

Bielefelder Tierpark-Kalender 2021 war binnen weniger Tage ausverkauft – Spende geht an Olderdissen

9000 Euro zu Gunsten des Wolfsgeheges

Bielefeld

Die Fotografin Sarah Jonek liebt den Tierpark Olderdissen. Regelmäßig geht sie dort mit der Kamera auf die Pirsch, und seit vier Jahren entstehen aus ihren Motiven und Tierporträts Kalender. Die verkauft Jonek in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken. Von dem Erlös geht eine Spende an Olderdissen.

Sabine Schulze

Auch der vierte Tierpark-Kalender erwies sich als Renner: Über eine satte Spende freuen sich (von links) Fotografin Sarah Jonek, Stadtförster Herbert Linnemann, Tierpflegerin Andrea Günnemann und Stadtwerke-Chef Martin Uekmann. Foto: Bernhard Pierel

1500 Exemplare des Kalenders 2021 sind Ende vergangenen Jahres abgesetzt worden. „Er war schnell ausverkauft“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann. Pro verkauftem Exemplar gehen sechs Euro an den Tierpark, insgesamt also 9000 Euro. Das ist eine Summe, über die sich Tierparkleiter Herbert Linnemann freut. „Mit dem Erlös haben wir am alten Gehege einen Besucherunterstand mit Bank und Überdachung gebaut sowie den Schleusen- und Eingangsbereich für die Wolfshütte erneuert“, erklärt er. Außerdem wurde der Zaun des Gehegeteils, der 2008 errichtet wurde, mit einem zusätzlichen Stabgitterzaun gesichert. Insgesamt 25.000 Euro kostete die Maßnahme, in die auch viel Eigenleistung floß. Um so willkommener war die finanzielle Unterstützung aus dem Kalenderverkauf.

Das Wolfsgehege wird seit Jahren von den Stadtwerken gefördert. Es sei schließlich einer der Leuchttürme des Heimattierparks, findet Martin Uekmann. Mit Hilfe der Stiftung der Stadtwerke wurde das Wolfsgehen auf 6000 Quadratmeter vergrößert. Zudem wurde eine Brücke gebaut, die es den Besuchern ermöglicht, die Tiere nah zu erleben.

Sechs Wölfe sind derzeit in Olderdissen zu Hause: „Seit 2015 lebt hier unser Paar Rieke und Aik. Mit den Jungtieren aus 2018, Ylvi und Bjelle sowie aus 2019, Selma und Freddy haben wir ein stabiles Familienrudel“, sagt Linnemann. 2018 und 2019 wurden zudem die Jungtiere Odin und Leyla an andere zoologische Einrichtungen abgegeben.

Einigen Tierpark-Besuchern ist aufgefallen, dass Wölfin Ylvi auf einer Vorderpfote lahmt: Sie hat dort ein kleines Metallstück im Gelenk, dass mittlerweile aber eingekapselt ist, erklärt Linnemann. Schmerzen habe sie nicht mehr. Beseitigen könne man den Fremdkörper aber auch nicht. Rätselhaft sei zudem, wie er ins Gelenk gekommen ist. Auch Röntgenaufnahmen haben das nicht erhellen können.

Auch 2022, das steht bereits fest, wird es einen Olderdissen-Kalender geben, und wieder wollen die Stadtwerke Gestaltung, Druck und Vertrieb übernehmen. Und Sarah Jonek liefert erneut die Bilder. „Die Winterfotos habe ich schon gemacht“, verrät sie. In den kommenden Tagen will sie die Frettchen ablichten. Ihre Lieblingstiere? „Zu allererst Waschbären. Die sind einfach putzig. Und dann die Silberfüchse und Luchse.“

Wann der Tierpark Olderdissen wieder öffnet, steht noch nicht fest. „Die jetzige Regelung gilt bis zum 7. März“, sagt Herbert Linnemann. Ein kleiner Trost könnte aber der virtuelle Rundgang sein...

Tatsächlich sind die Wölfe derzeit ohne Besucher sehr entspannt, während den kleinen Eseln, die bald ein Jahr alt sind, etwas fehlt: „Johanna und Liesel lassen sich gerne kraulen und streicheln, die brauchen die Aufmerksamkeit“, sagt Tierpflegerin Andrea Günnemann.

Einen Neuzugang könnte es demnächst im Wisent-Gehege geben: Nachdem die Kuh Holle wegen einer schweren Krankheit eingeschläfert werden musste, wohnen dort aktuell zwei Bullen. „Der Jüngere soll abgegeben und vermutlich ausgewildert werden“, sagt Linnemann. Dann soll dann wieder eine Kuh einziehen.

Seine Rolle als Platzhirsch für zehn Damen hat derweil „Mike“ angenommen, Nachfolger von Hirsch Hansi, der im Dezember gestorben war. Für einen Zweijährigen sei er sehr gut entwickelt“, sagt Linnemann. Immerhin ist er bereits ein Zwölfender, „das ist ungewöhnlich“.

Startseite