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Umfrage mit geringem Rücklauf – Thomas Kunz mahnt einheitliche Öffnungszeiten an

Absage an »Langen Donnerstag«

Bielefeld  (WB). Der Vorstand der Kaufmannschaft Altstadt hatte die Idee, den »Langen Donnerstag« mit Öffnungszeiten bis 21 Uhr zumindest einmal monatlich wiederzubeleben. Doch der ist jetzt bereits wieder vom Tisch.

Burgit Hörttrich

Symbolbild Foto: dpa

Eine Umfrage sollte ein Meinungsbild zeigen. Aber, das räumt Henner Zimmat als Vorsitzender der Kaufmannschaft ein, der Rücklauf mit 82 Antworten sei »mau« gewesen. Von den 63 Einzelhändlern, die sich beteiligten, sind 26 für einen »Langen Donnerstag«, 37 dagegen. Von 14 Gastronomen waren elf dafür, außerdem beteiligten sich fünf Dienstleister. Am Mittwochabend stellte Zimmat die Ergebnisse im Rahmen der »Knackigen Stunde« der Kaufmannschaft vor. Das Resultat: Es wird keinen »Langen Donnerstag« geben. Die Befürworter eines »Langen Donnerstags« hatten sich davon »neue Frequenz und neues Publikum« versprochen.

Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, betonte als Gast der Veranstaltung, dass bei einem einen solchen »Langen Donnerstag« auch alle Händler mitmachen müssten, um ihn zu einem Erfolg zu machen.

Gemeinsame Öffnungszeiten

Kunz appellierte an die »Altstädter«, generell gemeinsame Öffnungszeiten einzuhalten. Vor allem an Samstagen biete die Altstadt ein uneinheitliches Bild mit Geschäften, die um 14 Uhr, um 16 Uhr, um 18 Uhr, einige um 20 Uhr schließen würden. Das sei vor allem für Auswärtige – 30 Prozent der Kundschaft – abschreckend. »Zuverlässigkeit ist unverzichtbar. Alles andere ist Negativwerbung.«

Den »Langen Donnerstag« gab es in Bielefeld bereits in den 1990er Jahren. Nach Abschluss der Neugestaltung der Bahnhofstraße öffneten die Geschäfte donnerstags bis 20.30 Uhr. Allerdings: Zu jener Zeit schlossen die Geschäfte an Wochentagen um 18.30 Uhr, samstags um 14 Uhr. Ab November 1996 durften die Geschäfte laut Beschluss des Bundestages bis 20 Uhr öffnen – der »Lange Donnerstag« wurde gestrichen. Deshalb sagte Olaf Klötzer, Mitglied des Kaufmannschaft-Vorstandes, zu den Plänen auch, man solle ein »totes Pferd nicht neu satteln«.

Lastrad-Transport am Samstag

Henner Zimmat sagte, man werde den »›Langen Donnerstag‹ abhaken und an anderer Stelle weitermachen«. Etwa mit dem Lastrad-Transport , der an diesem Samstag Premiere feiert: 20 Altstadt-Geschäfte beteiligen sich daran. Außerdem seien Aktionen wie ein DJ-Festival und ein Bürgerfrühstück mit einer 1000 Meter langen Tafel geplant.

Der Einzelhandel sucht nach Möglichkeiten, den (bislang) weggefallenen dritten verkaufsoffenen Sonntag zu kompensieren. Sonntags öffnen die Geschäfte in Mitte in diesem Jahr beim Leinewebermarkt und am dritten Adventssonntag. Auch soll es kein samstägliches Mitternachtsshopping mehr geben. Die Einzelhändler haben sich stattdessen für ein Late-Night-Shopping bis 22 Uhr ausgesprochen. Termine sind am 6. April und am 28. September.

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