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Arbeitsgemeinschaft Lebensmitteltisch lädt zum Dankeschön-Essen ein

Anerkennung für dieHelfer in der Krise

Bielefeld (WB). Die Herausforderung war enorm. „Kaum hatten wir unsere Arbeitsgemeinschaft gegründet, kam Corona“, sagt Franz Schaible, Mit-Initiator der Arbeitsgemeinschaft Lebensmittel-Tisch Bielefeld. So mussten die vier Lebensmittelverteilstellen, die sich darin zusammengetan hatten, nicht nur deutlich mehr Menschen versorgen, sondern ihnen die Waren auch nach Hause liefern, weil die Verteilstellen geschlossen waren.

Hendrik Uffmann

Das Essen für die etwa 70 ehrenamtlichen Helfer im KuKS servierten unter anderem (von links) Klaus Milsmann (Brackweder Lebensmittelpunkt), Ulrich Wienstroth (Bielefelder Tisch), Sozialdezernent Ingo Nürnberger, Franz Schaible (Stiftung Solidarität), Nicole Güse (Von Hand zu Hand Sennestadt) und Bielefelds Sozialpfarrer Matthias Blomeier. Foto: Thomas F. Starke

Mit immensem Engagement packten die ehrenamtlichen Helfern an, um diese Aufgabe zu bewältigen. Und als Anerkennung für ihren Einsatz konnte sie sich am Samstag ausnahmsweise selbst einmal zurücklehnen und bedienen lassen. Dazu hatte die Stiftung Solidarität zu einem Dankeschön-Essen auf das GAB-Gelände an der Meisenstraße eingeladen.

70 Gäste nahmen Einladung an

Mehr als 70 Ehrenamtliche nahmen die Einladung zu dem Essen an, das allerdings nach „Plan B“ ablaufen musste. „Eigentlich sollte das Ganze draußen stattfinden und wollten wir grillen. Doch das ist nun buchstäblich ins Wasser gefallen“, sagte Franz Schaible, Vorsitzender der Stiftung Solidarität, am Samstagmittag, während kräftiger Regen über Bielefeld niederging.

Kurzerhand verlegten die Organisatoren das Essen in das Kultur-und Kommunikationszentrum (KuKS) auf dem GAB-Gelände. Und statt Gegrilltem gab es Blätterteigtaschen mit Gemüse in einer vegetarischen Mozzarella-Variante oder mit Hühnchen.

Eingeladen worden waren auch Vertreter von Lebensmittelgeschäften, die die Ausgabestellen nach dem Beginn der Corona-Krise besonders unterstützt hatten. Denn weil der Bedarf innerhalb kürzester Zeit so stark gestiegen war, hätten sogar palettenweise Lebensmittel zugekauft werden müssen, so Schaible. Möglich gemacht worden sei dies vor allem durch Spenden.

Zahl der Kunden auf 1400 gestiegen

Wie berichtet, hatten sich im Frühjahr der Bielefelder Tisch, der Brackweder Lebensmittelpunkt, die Initiative Von Hand zu Hand Sennestadt sowie der Dornberger Lebensmittelkorb zu der Arbeitsgemeinschaft zusammengetan. Wie wichtig dies war, zeigte sich kurz darauf mit dem Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. „Zuvor haben die vier Organisationen regelmäßig insgesamt etwa 1000 Menschen versorgt. Dann waren es plötzlich 1400“, erklärte Ulrich Wienstroth vom Bielefelder Tisch. Und bis heute steige die Zahl weiter an.

„Teilweise waren auch die Preise für Lebensmittel gestiegen, was die Menschen, die ohnehin wenig Geld haben, besonders getroffen hat. Und auch durch die Kurzarbeit gibt es mehr Menschen die Unterstützung brauchen“, erklärte auch Sozialdezernent Ingo Nürnberger, der am Samstag ebenso wie Bielefelds Sozialpfarrer Matthias Blomeier mit half, den Ehrenamtlichen das Essen zu servieren.

Ausgabestellen wieder geöffnet

Etwa 100 Helfer sind fest in den vier Initiativen der Arbeitsgemeinschaft aktiv, mit Start der Corona-Krise seien beinah 50 weitere hinzugekommen, so Franz Schaible. Und deren Tatkraft sei auch dringend gebraucht worden. Zum einen, weil die Lebensmittel zu den Kunden gebracht worden seien, „wir mussten aber auch erst einmal alle Adressen herausfinden“.

Nach einem mehr als zweimonatigen „Kraftakt“ seien die Ausgaben der Lebensmittelverteilstellen inzwischen wieder geöffnet, der Betrieb dort den Hygieneregeln angepasst worden.

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