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Letzte Hilfe-Kurs des Bielefelder AWO-Hospizdienstes zur Sterbebegleitung

„Angehörige sollen sich sicher fühlen“

Bielefeld

Der Name des Kurses ist mindestens auffällig, vielleicht sogar etwas provokant. Der ambulante Hospizdienst des Bielefelder AWO-Kreisverbandes lädt zur Teilnahme an einem Letzte Hilfe-Kurs ein. Im Gegensatz zu einem Erste Hilfe-Kurs geht es nicht zum lebensrettende Maßnahmen, sondern um Sterbebegleitung.

Von Jens Heinze

Sterbebegleitung ist ein Thema, „das schwer auf der Seele liegt“, heißt es beim Hospizdienst der Arbeiterwohlfahrt. Foto: dpa

Angesprochen sind sowohl Angehörige Todkranker als auch Menschen, die beispielsweise nach einer Krebsdiagnose wissen, dass sie in absehbarer Zeit sterben werden.

Geleitet wird die Veranstaltung von Susanne Lotte (58) und Bernd Vinke (56), den beiden hauptamtlichen Mitarbeitern des Hospizdienstes der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Beide haben jahrzehntelange Erfahrung in der Hospizarbeit.

Bernd Vinke (links) und Susanne Lotte vom AWO-Hospizdienst leiten den Kurs. Foto: Jens Heinze

Lotte und Vinke wollen Allgemeinwissen vermitteln, vom Thema Betroffenen Sicherheit und Unterstützung mit an die Hand geben, Möglichkeiten für Ruhe und Stabilität in der familiär belastenden Situation aufzeigen und zum Palliativ-Netzwerk in dieser Stadt hinleiten.

Susanne Lotte und Bernd Vinke

„Wir wollen uns einem unangenehmen Thema zuwenden, weil es schwer auf der Seele liegt“, sagen Lotte und Vinke. Beim Letzte Hilfe-Kurs gehe auch darum, sich in der Familie umeinander zu kümmern, in schlechten Zeiten dazubleiben, damit der Sterbende vertraute Menschen um sich hat.

„Bei der Hospizarbeit sind wir alle angesprochen. Das können die Profis nicht alleine schaffen“, sagen die beiden AWO-Mitarbeiter. Vier Einheiten über je 45 Minuten umfasst der Letzte Hilfe-Kurs, der das nächste Mal am Montag, 16. August, von 14.30 bis 18.30 Uhr im Aktivitätenzentrum an der Meinolfstraße 4 stattfindet.

Susanne Lotte und Bernd Vinke

Es handelt sich, trotz steigender Corona-Neuinfektionen, um einen Präsenzkurs mit acht bis 18 Teilnehmern in einem großen, gut lüftbaren Raum, sagen Lotte und Vinke. Denn: „Es geht darum, in den Pausen Menschen kennen zulernen, die man anrufen kann, und andere Betroffene zu treffen. Die Teilnehmer sollen merken, dass sie mit ihren Fragen nicht alleine dastehen.“

„Die Angehörigen sollen sich sicher fühlen“, sagen Susanne Lotte und Bernd Vinke. Und die Kursteilnehmer sollen lernen, bei der Sterbebegleitung „nicht zu viel zu versprechen und dass man auch mal Fehler machen darf.“

So sind die vier Module mit „Sterben als ein Teil des Lebens“, „Vorsorgen und entscheiden“, „ Leiden lindern“ und „Abschied nehmen“ überschrieben. Weitere Informationen zum Kurs, für den eine geringe Gebühr erhoben wird, gibt es beim Hospizbüro der AWO unter Tel. 0521/5208943.

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