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Prozess vor dem Schwurgericht: 41-Jähriger wollte Ex-Ehefrau mit Messer töten

Angeklagter gesteht Mordversuch

Bielefeld (WB). Der 41-jährige S. hat vor dem Schwurgericht den Mordversuch an seiner Ex-Ehefrau gestanden.

Uwe Koch

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Nach der Erklärung seiner Verteidigerin Ulrike von Schnakenburg habe er »drei bis vier Mal zugestochen«, dann sei es »schwarz« um ihn geworden. Nach der Anklage von Oberstaatsanwältin Ina Leinkauf hat der türkischstämmige Angeklagte in der Nacht zum 3. Juli jedoch 27 Mal mit einem Messer auf sein 39-jähriges Opfer eingestochen. Die Frau war auf dem Parkplatz eines Marktes an der Oelmühlenstraße/Ecke Teutoburger Straße mit lebensgefährlichen Verletzungen zusammengebrochen. Ärzte hatten ihr Leben nur durch Notoperationen retten können.

Aus »einem übersteigerten Besitzgefühl« heraus soll der 41-Jährige in jener Nacht gehandelt haben, weil er die seit Jahren von ihm geschiedene Frau in Begleitung eines Liebhabers vermutete. Das Opfer hatte schon am ersten Verhandlungstag erklärt, seit Beginn der von den Familie »arrangierten Ehe« von S. geprügelt worden zu sein. Die Gewalt des Mannes sei für sie an der Tagesordnung gewesen. Die Frau berichtete auch davon, dass ihr Ehemann zur Trunksucht neigte. Sie habe ihm immer wieder Bier besorgen müssen. Auch habe S. dann stets Raki, also Anisschnaps, getrunken.

Der Angeklagte hatte zu Beginn des Prozesses bestritten, Alkoholiker zu sein. Er trinke nur sehr selten, und dann nur wenige Flaschen Bier. Gestern bekannte der Angeklagte, die Tat »tut mir leid«. Er habe den Nachmittag des 2. Juli in einem Café in Bielefeld verbracht. Abends habe er zu seiner getrennt von ihm lebenden Familie – er hat vier Kinder – in die frühere gemeinsame Wohnung gehen wollen. Dort habe sich indes niemand gemeldet.

Nach der Erklärung der Rechtsanwältin beantwortete der Angeklagte keine Nachfragen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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