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Überraschung: Im zweiten Anlauf wählt die CDU eine Bundestagskandidatin – Michael Weber diesmal nur Zweiter

Angelika Westerwelle tritt an

Bielefeld

Mit einer Überraschung endete am Freitag die Wiederholung der Aufstellungsversammlung für die CDU-Bundestagskandidatur in Bielefeld und Werther. Gewählt wurde die in Berlin lebende und in Bielefeld aufgewachsene Unternehmerin Dr. Angelika Westerwelle (58).

Michael Schläger

Blumen für die Gewinnerin: CDU-Kreisvorsitzender Andreas Rüther gratulierte Dr. Angelika Westerwelle nach der Wahl, versprach einen engagierten Wahlkampf. Westerwelle hatte sich im zweiten Wahlgang gegen Michael Weber durchgesetzt. Foto: Thomas F. Starke

Sie erhielt im zweiten Wahlgang 97 von 178 abgegebenen Stimmen. Mitbewerber Michael Weber kam auf 67 Stimmen. Es gab neun Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. „Lassen Sie uns geschlossen in diesen Wahlkampf gehen“, warb Westerwelle anschließend um Unterstützung. Sie hatte ihre Kandidatur erst nach der ersten, gescheiterten Aufstellungsversammlung angemeldet.

Nach dem ersten Wahlgang am Freitag zeichnete sich bereits ein Vorsprung für Westerwelle ab. Auf sie entfielen 59 Stimmen, auf Michael Weber 52. Die weiteren Bewerber Josha Conze (49 Stimmen), Stefan Röwekamp (15 Stimmen) und Hendrik Mertens (zwei Stimmen) waren damit ausgeschieden.

Dr. Angelika Westerwelle (58) punktete offenbar vor allem mit ihrer Warnung vor rot-rot-grüner Politik. Auch die heimische Union sei Rot-Rot-Grün im Bielefelder Rat zu zaghaft entgegen getreten, sagte sie. Im Bund dürfe das nicht passieren, ein Bündnis von SPD, Grünen und Linken in Berlin gelte es zu verhindern. Der langjährige Sozialpolitiker Michael Weber (62) wollte Erfahrung und Leidenschaft in die Arbeit im Bundestag einbringen. Der nächsten Generation müssten Chancen statt Schulden hinterlassen werden. Der Senner Josha Conze (37) forderte „einen Neuanfang für eine ehrliche Politik.“ Politik-Neuling Hendrik Mertens (50), der ebenfalls kurzfristig angetreten war, wollte der wachsenden Politikverdrossenheit entgegen wirken. Handwerksmeister Stefan Röwekamp (61) warb dafür, dass die Corona-Maßnahmen verhältnismäßig blieben.

CDU-Kreisvorsitzender Andreas Rüther hatte zu Beginn erläutert, warum eine Wiederholung nötig sei. Michael Weber habe am 17. April im zweiten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit erhalten, die Nein-Stimmen seien nicht berücksichtigt worden. Nach der Panne in Bielefeld werde die Satzung der Bundes-CDU nun überarbeitet. Rüther ging auch auf die Rangelei um die CDU-Kanzlerkandidatur ein. „Mehr Schmutzelei ging nicht“, so der CDU-Chef. Für ihn ist jedoch klar: „Armin Laschet kann Kanzler.“

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