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Zu Plänen an der Wertherstraße in Bielefeld

Anwohner kritisieren Studentenwohnheim

Bielefeld (WB). Die Nachbarn des geplanten neuen Studentenwohnheims an der Wertherstraße lehnen die vorgesehene Aufständerung des Gebäudes ab. Sie fürchten außerdem Lärm und Parkplatznot.

Michael Schläger

In der Bültmannshofschule haben sich Anwohner über das Wohnheim-Projekt informiert. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Bezirksvertretung Schildesche hatte die Anwohner am Mittwoch zu einer Bürgerversammlung eingeladen. Dort wurden die Pläne des Studierendenwerks als Bauherrn vorgestellt. Danach sollen auf dem Parkplatz neben dem Haus Wertherstraße 144 zwei Gebäude mit zusammen 62 Studentenapartments entstehen. Die Gebäude sollen jeweils drei Wohngeschosse umfassen. Die Idee aus der Bezirksvertretung Schildesche, ein weiteres Staffelgeschoss aufzusetzen, wurde inzwischen verworfen.

Zugang über zwei Brücken

Der Zugang zu den Gebäuden soll über zwei Brücken von der an dieser Stelle höher gelegenen Wertherstraße aus erfolgen. Damit die dort vorhandenen 96 Stellplätze erhalten bleiben können, sollen die beiden Gebäude aufgeständert werden.

Von den 96 Stellplätzen sind bisher 22 für die Fahrzeuge von Mitarbeitern des Studierendenwerks reserviert, 52 gehören zu einem Studentenwohneheim, das sich bisher schon in Hausnummer 148 befindet. Für das neue Wohnheim wird mit weiteren 16 Stellplätzen kalkuliert. »Viel zu wenig«, finden die Anwohner. Schließlich sollten 62 neu Wohnungen entstehen.

Christina Neuß vom Bauamt erläuterte, dass die Stadt bei Studentenwohnheimen mit einem Verhältnis von einem Stellplatz zu vier Wohnungen kalkuliere, weil nicht alle Studenten eigene Kfz nutzten. Dies sei seit Jahren gängige Praxis. »Unrealistisch«, fanden das die Nachbarn, verwiesen auf ein Urteil Düsseldorfer Verwaltungsrichter, das eine Eins-eins-Regelung vorsehe. Die greife aber nur, wenn das Wohnheim auch anders genutzt werden könne. Im Falle des geplanten Objektes solle dagegen eine Nutzung durch Studenten festgeschrieben werden.

Probleme bei Arminia-Spielen

Die Nachbarn kritisieren auch die Aufständerung. Während die aus ihrer Sicht unschönen Betonständer von der Wertherstraße nicht zu sehen seien, müssten sie künftig täglich darauf schauen. Eine Anwohnerin fürchtete, dass nach Arminia-Spielen der Unterbau der geplanten Wohnheime zum öffentlichen Urinal für Fans werden könne. »Das ist bei uns schon jetzt ein Problem.«

Ein anderer kritisierte die zu erwartende Schallentwicklung, wenn unter den Wohnheimen Autos abgestellt werden. »Warum wird nicht eine Tiefgarage errichtet, oder warum werden die Ständer nicht wenigstens mit Schutzwänden umgeben?«

Noch bis Ende des Monats können die Anwohner ihre Bedenken vortragen. Dann werden sich die Bezirksvertretung Schildesche und der Stadtentwicklungsausschuss des Rates damit beschäftigen. Es folgt eine weitere Offenlegung des Planes, während der erneut Einwände geltend gemacht werden können.

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