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100 Kinder aus Internationalen Klassen müssen Schule wechseln

Ärger wegen der Neuzugänge

Bielefeld (WB). Rund 100 Kinder aus den Internationalen Klassen an Bielefelder Schulen sollen nach den Sommerferien umverteilt werden und die Regelklassen anderer Schulen besuchen. Vor allem drei Realschulen erhalten Zuwachs. Das sorgt für Unmut.

Michael Schläger

Werfen der Schulverwaltung im Rathaus mangelnde Transparenz vor: (von links) die Elternvertreter Katrin Ernst (Gertrud-Bäumer-Schule), Roger Filges (Realschule Heepen) und Christine Striebel (Luisenschule) Foto: Michael Schläger

In den Internationalen Klassen werden Kinder unterrichtet, die kein Deutsch sprechen. Mehr als 100 dieser Klassen gibt es stadtweit, verteilt auf alle Schulformen. Vor allem Flüchtlingskinder wurden dort seit 2015 aufgenommen, aber auch Kinder von Eltern, die aus Ländern der Europäischen Union nach Bielefeld gekommen sind. Nach zwei Jahren müssen diese Kinder Regelklassen besuchen. So schreibt es der Erlass des Schulministeriums zur Beschulung zugereister Kinder vor.

Kinder von Gymnasien

Bei 250 Kindern ist das kein Problem. Sie gehen nach den Ferien in Regelklassen der Schulen, die sie bisher schon besucht haben. Bleiben weitere rund 100 Jungen und Mädchen. »Tendenziell handelt es sich um Kinder, die bisher Gymnasien besucht haben«, sagt Georg Müller, Leiter des städtischen Amtes für Schule. Sie kommen im Unterricht der dortigen Regelklassen (noch) nicht mit. Für sie muss die Stadt neue Plätze in den sechsten und siebten Jahrgängen anderer Schulen finden.

Deshalb, so der Plan, soll die Bosseschule im Jahrgang sechs von zwei auf drei Jahrgangsklassen aufgestockt werden, die Realschule Senne ebenfalls um einen Klassenzug. Auch die Gesamtschule Schildesche übernimmt Kinder aus Internationalen Klassen. In der Realschule Heepen soll der neue Jahrgang sieben nach den Sommerferien nicht mehr vier, sondern fünf Klassen haben.

Völliges Unverständnis beim Sprecherrat

Beim Sprecherrat der Bielefelder Realschulen stößt dies auf völliges Unverständnis. »Vier Wochen vor Schuljahresende werden die betroffenen Schulen darüber informiert«, beklagt sich Roger Filges, Schulpflegschaftsvorsitzender in Heepen. »In diesem Verfahren gibt es null Transparenz.« »Warum müssen das vor allem wieder die Realschulen ausbaden?«, fragt Katrin Ernst, Elternvertreterin an der Gertrud-Bäumer-Schule und Mitglied des Sprecherrates.

Roger Filges fürchtet zudem, dass nach den Sommerferien die Klassen neu zusammengesetzt werden. »Die Klassenverbände haben sich gerade erst zusammengefunden, gemeinsame Klassenfahrten für das nächste Schuljahr sind bereits geplant.« Freundschaften hätten sich entwickelt, die Elternarbeit sei organisiert worden.

Vorgeschrieben ist, dass die Schulkonferenz der Schulen, die die Schüler aus den Internationalen Klassen aufnehmen sollen, gehört werden. In Heepen gab es dazu ein klares Nein. Doch die Stadt muss sich an diese Vorgabe nicht halten.

Die Realschule Heepen sei ausgewählt worden, weil sie auch Räume der früheren Hauptschule ausweichen könne, erläutert Schulamtsleiter Müller. Auch die neue Zusammensetzung der Klassen sei zwingend. »Die Kinder aus der Internationalen Klasse dürfen nicht länger separat unterrichtet werden.«

Der Unmut vor allem in Heepen ist groß. Schulleiter Klaus Schweter hat noch keine endgültige Lösung. Nur soviel: »Wir werden auch diese Herausforderung noch annehmen.«

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