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Bei Rückreise aus München: Polizei muss im ICE in Herford gegen elfköpfige Gruppe einschreiten - Verein kündigt Hausverbote an

Arminia-Fan bedroht und schlägt Zugbegleiter

Herford/Bielefeld

Nach der knappen Niederlage des DSC Arminia Bielefeld beim FC Bayern München hat es auf der Rückfahrt einiger Fans einen Vorfall im Zug gegeben. Im ICE haben sie der Polizei zufolge einen Zugbegleiter beleidigt, bedroht und geschlagen. In Herford musste schließlich die Polizei einschreiten. 

Blick ins Münchener Stadion. Foto: Thomas F. Starke

Bei ihrer Rückfahrt vom Auswärtsspiel in München sei die elfköpfige Gruppe auf der Strecke von Hannover nach Bielefeld zunächst wegen Rauchens und dem Herumspritzen mit Wasser im Bordbistro aufgefallen. Nachdem eine leere Plastikflasche in Richtung des Bordbistro-Leiters geworfen worden sei, sei dieser auf die Gruppe zugegangen. Er habe sie aufgefordert, das Werfen und Rauchen einzustellen.

Nach ersten Ermittlungen - so die Polizei - kristallisierte sich ein 34-jähriger Mann als Tatverdächtiger heraus. Er soll den Zugbegleiter  mit der Faust vor den Kopf geschlagen haben. Dabei haben er den Mann unter anderem auch rassistisch beleidigt und mit dem Tode bedroht.

Verfahren gegen drei Männer im Alter von 20, 23 und 34 Jahren

Nachdem der Zugchef eingeschritten sei, habe sich die Situation zunächst beruhigt. Schließlich sei die Bundespolizei aus Bielefeld angerückt und habe in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Herforder Polizei die Personalien aller Beteiligten aufgenommen. Gegen den gebürtigen Bielefelder sei ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung eingeleitet worden.

Der ICE sei dann, unter Begleitung der Bundespolizei und der Polizei Herford, weiter bis nach Bielefeld gefahren. Beim Ausstieg der Gruppe in Bielefeld sei der zuvor angegriffene Bahn-Mitarbeiter durch einen weiteren Fan ebenfalls mit dem Tode bedroht worden. Dieser Mann habe später durch eine Videoauswertung identifiziert werden können. Gegen den 23-jährigen Mann aus Bielefeld sei ebenfalls ein Strafverfahren wegen Bedrohung eingeleitet worden.

Einen 20-jährigen Mann aus der Fangruppe erwartet laut Polizei zudem ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Er habe sich beharrlich geweigert, den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz im Zug zu tragen.

DSC Arminia Bielefeld kündigt Hausverbote an

DSC-Präsident Rainer Schütte äußerte sich am Montag wie folgt zu den Vorfällen: "Wir verurteilen es aufs Schärfste (...), dass diese vermeintlichen DSC-Anhänger am Wochenende Mitarbeiter der Deutschen Bahn beleidigt, belästigt, bedroht oder sogar tätlich angegriffen haben. Das ist ein No-go für uns und wir können das in keinster Art und Weise akzeptieren." Zu den Konsequenzen sagte Schütte: "Diese Gruppe ist bereits mehrfach aufgefallen in der Vergangenheit. Wir kennen die Namen. Sie halten sich schon zum wiederholten Male nicht an Regeln und Gesetze. Wir werden schnellstmöglich im Rahmen unserer Möglichkeiten Hausverbote erteilen. Es sind für uns keine Fans, die zu uns gehören."

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