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Bielefelder Schillinggelände: Bebauungsplanänderung wird im April beraten

Asbest in alten Baracken gefunden

Bielefeld

Auf dem Schillinggelände ist Asbest gefunden geworden. Wie die Sennestadt GmbH auf Anfrage bestätigt, wurden die gesundheitsschädlichen Mineralfasern auf der Fläche des gerodeten nördlichen Waldstreifens (zur Verler Straße hin) entdeckt. Auf dem Schillinggelände soll eine Klimaschutzsiedlung entstehen.

Kerstin Sewöster

Auf der Fläche des gerodeten nördlichen Waldstreifens sind die Fundamente von zwei ehemaligen Gastarbeiterbaracken freigelegt worden, die mit Asbest belastet waren. Foto: Thomas F. Starke

Die Asbestfunde werden zwei ehemaligen Gastarbeiterbaracken zugeordnet, die bei Räumung des Baufelds freigelegt wurden. „Die Bodenuntersuchungen rund um die Fundamente ließen Asbest vermuten, was sich tatsächlich bewahrheitet hat“, teilt Bernhard Neugebauer, Geschäftsführer der Sennestadt GmbH, mit.

Es handele sich um eine kontaminierte Bodenfläche von rund 150 Quadratmetern. Der belastete Boden werde in Abstimmung mit dem Umweltamt der Stadt Bielefeld fachgerecht verpackt, abgefahren und entsorgt. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

Wie Bernhard Neugebauer erklärt, befindet sich der belastete Bereich in dem angrenzenden Waldbereich, der für die Klimaschutzsiedlung gerodet wurde. Vor 20 Jahren erwarb die Sennestadt GmbH das Gelände an der Paderborner Straße. 2005 wurde das Industriegebäude der Eisengießerei abgebrochen und der Boden saniert. Die Eisengießerei Schilling wurde 1884 gegründet und war bis 1991 ein Eisenwerk für Armaturen.

Ungeachtet des Asbestfundes können die Arbeiten vorangehen, wie Neugebauer erklärt. In der nächsten Woche soll mit dem Kanalbau begonnen werden.

Im Zusammenhang mit dem Schillinggelände gibt es eine weitere „Baustelle“, die nichts mit dem jüngsten Asbestfund zu tun hat: die Änderung einer Teilfläche des Bebauungsplanes, südwestlich der Paderborner Straße gelegen zwischen Kreuzkirche und Altmühlstraße. Es geht um Wegerecht. Da der Landesbetrieb Straßen NRW dem Rückbau der Paderborner Straße nicht zustimmt, sollen Erschließungsmöglichkeiten und Nutzungskonzept nachgebessert werden. Die betroffene Fläche gehört zu 50 Prozent der Sennestadt GmbH, die andere Hälfte ist in Privatbesitz. Während die CDU über die Bebauungsplanänderung bereits im Januar abstimmen wollte, hatte die SPD Beratungsbedarf. Auch in der März-Sitzung der Bezirksvertreter wurde keine Entscheidung getroffen. SPD, Grüne, Die Linke und FDP setzten sich vielmehr mit ihrem Antrag auf abermalige Vertagung gegen CDU und AfD durch. Der Hintergrund: Es soll geprüft werden, ob es nun eine vertragliche Lösung über die Erschließung der Grundstücke geben kann, sodass der Bebauungsplan nicht geändert werden muss. Dazu sollen sich Sennestadt GmbH und das Bauamt an einen Tisch setzen.

Die nächste Bezirksvertretersitzung ist am 15. April.

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