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Vor dem Campus-Festival: Studentenausschuss wirft Musiker Sexismus vor

Asta hat »keinen Bock auf Cro«

Bielefeld (WB/acl). »Und ich glaub, ich fänd’s cool, wenn du mir gehörst«, singt der Rapper Cro in seinem Lied »Traum«. Eine Textstelle, die dem Asta der Uni Bielefeld sauer aufstößt. Der Studierendenausschuss wirft dem Musiker, der  beim Campus-Festival am Donnerstag auftritt, Sexismus vor.

Der Musiker Cro, der bei seinen Auftritten immer eine Pandamaske trägt, ist Headliner beim Campus-Festival in Bielefeld. Foto: dpa

»Kein Bock auf Sexismus! Kein Bock auf Cro!«, heißt es in einem Statement, das der Asta am Dienstag auf Facebook veröffentlicht hat. Cro als Headliner sei problematisch, heißt es in der Mitteilung, die unterzeichnet vom Gleichstellungsreferat und vom Feministischen Referat. »Cros Texte sind sexistisch und von Gewaltphantasien geprägt.«

Erinnerungen an »187 Strassenbande«

Sexistisch und gewaltverherrlichend? Da kommen Erinnerungen an den Protest gegen das Asta-Sommerfestival der Uni Paderborn auf. Dort hatte in diesem Jahr die Gruppe »187 Strassenbande« auftreten sollen. Aus Angst vor Störaktionen, die gegen die Hip-Hop-Gruppe angekündigt wurden, hatte der Asta den Auftritt der Gangsta-Rapper gestrichen.

»Wir erinnern uns an die Diskussionen um die ›187 Strassenbande‹ oder Kollegah und Farid Bang beim Echo«, heißt es in dem Statement weiter.

Vertiefte Diskussionen über Sexismus würden bisher kaum geführt. Der Asta: »Solange solche Diskussionen nicht stattfinden, werden Künstler wie Cro, Kollegah oder die Straßenbande 187 auch weiterhin Platten verkaufen und auf Festivals auftreten! Wir haben keine Lust Cro eine Bühne zu geben, auf der er seinen Sexismus und seine Gewaltphantasien zum Besten geben kann.«

Frauen als Objekte?

Konkret moniert der Asta, dass Cro in seinen Songs Frauen zu Objekten mache. So bezeichne er sie unter anderem als »Chicks«. »An einer anderen Stelle singt er davon, dass er Frauen besitzen will«, so der Asta im Bezug auf das Lied »Traum«. »Damit reiht er sich in ein patriarchales Bild ein: Männer besitzen Frauen. Mit Gleichberechtigung hat das wenig zu tun!«

»So soft Cro auch daher kommen mag, seine Texte und seine Inhalte nerven uns seit seiner ersten Single: Wir haben keinen Bock auf Sexismus, in gemachte Geschlechterrollen gedrängt oder zu Sexobjekten degradiert zu werden! Deswegen hoffen wir Rapper wie Cro ein letztes Mal auf dem Campus Festival gesehen zu haben!«

Ernst oder Parodie?

Auf Facebook haben das Statement bereits einige Nutzer gelesen und kommentiert. Doch es gibt nicht nur Zustimmung für den Asta: »Wenn das vom Postillon gepostet worden wäre, hätte ich gesagt 1a Satire über alles was gerade falsch läuft in der Gendersellschaft. Dass dieser Mist aber tatsächlich als Petition gegen Cro gedacht ist, macht einfach nur betroffen«, schreibt ein User.

Ein anderer nimmt es mit Humor: »Danke liebes Asta, gibt’s in der Klausurenphase ja doch noch etwas zu lachen.«

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