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Angebot von Coronaschutzimpfung wird erweitert – Impfquote in Bielefeld überdurchschnittlich hoch

Apotheker greifen zur Spritze

Bielefeld

Bisher war es nur Kochsalzlösung, die zu Schulungszwecken „verimpft“ wurde, doch vom kommenden Dienstag an steigen auch die heimischen Apotheken in die Impfkampagne gegen das Corona-Virus ein. „Die Apotheken können dann einen weiteren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten“, erklärt Apothekerin Barbara Limberg, Sprecherin der Apothekerschaft in Bielefeld. „Die Voraussetzungen dafür sind genügend Impfstoff und viele Patientinnen und Patienten, die sich impfen lassen möchten.“

Von Heinz Stelte

Von Montag an können auch Apotheken Coronaschutzimpfungen anbieten. Grundsätzlich ist die Impfbereitschaft in Bielefeld sehr hoch. Foto: Thomas F. Starke

Diese Zahl könnte in den kommenden Wochen wieder ansteigen, denn die Stiko (Ständige Impfkommission) hat sich am Donnerstag für eine zweite Auffrischungsimpfung gegen Covid 19, den sogenannten „Booster“, für besonders gefährdete Gruppen oder Beschäftigte im medizinischen und Pflegebereich ausgesprochen.

Außerdem soll der Proteinimpfstoff „Novavax“ für Menschen ab 18 Jahren zur Grundimmunisierung demnächst verimpft werden.

Die Vorbereitungen für Corona-Impfungen in den öffentlichen Apotheken liefen in den vergangenen Wochen auf Hochtouren, die Praxisschulungen für Apothekerinnen und Apotheker fanden an sieben Tagen pro Woche statt.

„Derzeit gehen wir davon aus, dass bis Ende März nahezu die Hälfte der Apotheken grundsätzlich impfbereit ist“, prognostiziert Limberg. Die tatsächliche Beteiligung sei jedoch von der Nachfrage nach Impfungen sowie möglichen Nachfolgeimpfungen und vom Verlauf der Corona-Pandemie abhängig.

Von 70 Bielefelder Apotheken sind 20 startklar

Rechtlich dürfen Apothekerinnen und Apotheker Erst-, Zweit- oder Booster-Impfungen bei Patienten ab zwölf Jahren vornehmen.“ Limberg geht davon aus, dass manche Apotheken das Impfen – eine freiwillige Leistung – nur bei entsprechender Nachfrage anbieten. Man wolle auf keinen Fall den Arztpraxen Patienten abspenstig machen, erklärt Barbara Limberg. „Wir haben uns bei diesem Thema nie aufgedrängt. Genug zu tun haben wir auch so und arbeiten seit zwei Jahren an der Grenze der Belastbarkeit.“

Von den knapp 70 Apotheken in Bielefeld seinen mehr als 20 „startklar“. Ob tatsächlich in einer Apotheke auch geimpft würde, hänge jedoch, so Limberg, „stark vom ärztlichen Umfeld ab“. Man wolle nicht in Konkurrenz zu Impfzentren oder Arztpraxen treten, erläutert sie. „Doch wenn es nötig ist, sind wir bereit.“

Bisher war es noch Kochsalzlösung, die in den Dummy-Oberarmen der Schulungsteilnehmer „verimpft“ wurde, doch ab dem 8. Februar kann es losgehen: Die Apotheken können dann ins Impfgeschehen gegen Covid-19 einsteigen. Foto: Leßmann/Apothekenkammer

Die Sprecherin der Bielefelder Apotheken sieht in Impfungen in Apotheken eine Chance – nicht nur, aber gerade auch mit Blick auf eine sich andeutende vierte Impfung: „Dann haben wir dezentral noch mehr Möglichkeiten, die Bevölkerung zu schützen.“ Zudem müsse man bedenken, dass „die Apotheken vor Ort sehr niedrigschwellige Anlaufstellen im Gesundheitssystem sind. Hier kann man auch einfach reingehen und fragen. Vielleicht erreichen wir dadurch auch Menschen, die durch die bisherigen Impf-Angebote aus verschiedenen Gründen nicht erreicht wurden. Das wäre eine große Chance, die Impfquote zu steigern.“

Impfquote liegt in Bielefeld über dem Bundesschnitt

Diese ist in Bielefeld sehr hoch und liegt weit über dem Bundesschnitt. Laut Impfbericht der Stadt hatten Ende Januar 86,76 Prozent der Bielefelder Gesamtbevölkerung einen vollständigen Impfschutz. Bezogen auf die Personen über zwölf Jahren liegt die Zweitimpfungsquote bei 98,07 Prozent, 72,25 Prozent der über Zwölfjährigen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Erstimpfungsquote bei Kindern unter zwölf Jahren liegt bei 20,84 Prozent, vollständig geimpft in dieser Altersgruppe sind 14,48 Prozent.

Derzeit werden im städtischen Impfzentrum an der Stadthalle im Schnitt täglich 685 Impfungen durchgeführt, in den drei Impfstellen der Firma PVM (Uni, IKEA, Loom) sind es im Schnitt 190 Impfungen am Tag. Derzeit gibt es an allen Standorten freie Termine, auch ohne vorherige Anmeldung.

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