„Rettungsanker“ Imbisswagen: Bielefelder Gastwirt setzt im Lockdown auf Gegrilltes

Auf „Peter auf‘m Berge“ gehts um die Wurst

Bielefeld

Ein (geliehener) Imbisswagen ist für Dinko Omrcen der, wie er sagt, „Rettungsanker“ in Zeiten der Corona-Pandemie. Omrcen, der vor zwei Jahren von seinen Eltern Hotel und Ausflugslokal „Peter auf‘m Berge“ übernommen hat, will dort auch dann, wenn er Lokal und Biergarten wieder eröffnen darf, weiter Bratwurst, Pommes & Co. „auf die Hand“ anbieten, das Angebot sogar erweitern: „Weil es so gut läuft.“

Burgit Hörttrich

Für Dinko Omrcen, der Hotel und Ausflugslokal „Peter auf‘m Berge“ vor zwei Jahren von seinen Eltern übernommen hat, und Mitarbeiter Marcus Theiling ist der Imbisswagen auf dem Parkplatz der „Rettungsanker“ während der Corona-Pandemie. Foto: Bernhard Pierel

Dinko Omrcen, früher tätig in der Reise- und Ferienhausvermietungsbranche, sagt, er habe die Idee, einen Imbisswagen auf seinem Wanderparkplatz aufzustellen, gehabt, „damit der Betrieb überleben kann“. Am Grill steht Mitarbeiter Marcus Theiling, der bestätigt, dass der Wagen längst Anlaufpunkt nicht nur für Wanderer auf dem Hermannsweg geworden sei: „Wir haben auch Stammgäste, die hier regelmäßig ihre Mittagspause verbringen.“ Mit Abstand natürlich.

Als der Lockdown für die Gastronomie am 1. November 2020 begonnen habe, habe der Imbiss eröffnet. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 habe er ein Angebot machen wollen: Cevapcici, angeboten im Biergarten. Omrcen: „Ich wollte was machen, was keiner macht, aber es wollten auch nur wenige – leider.“

Er habe sich nicht entmutigen lassen, denn er habe darauf gesetzt, dass „der Ostwestfale in Krisenzeiten seine Bratwurst möchte.“ Diese Einschätzung habe sich bewahrheitet. Schon im November seien die Imbissgäste „trotz der eher grauen Jahreszeit“ gekommen und dann vor allem im Dezember. Marcus Theiling: „Wir haben einen Weihnachtsbaum aufgestellt und der ein oder andere Gast hat sich hier ein bisschen Weihnachtsmarkt-Gefühl abgeholt.“

Dinko Omrcen räumt ein, die Lage des Imbisswagens sei natürlich ein „Glücksfall“: „Das hat sich herum gesprochen. Wanderer planen inzwischen gezielt einen Zwischenstopp ein.“ Marcus Theiling weiß: „Eltern, die mit ihren Kindern spazieren gehen, versprechen denen zur Belohnung eine Portion Pommes.“ Und an Wanderern bestehe zur Zeit kein Mangel...

Dinko Omrcen

Geöffnet werde „je nach Wetter und nach Gefühl“: „Wenn es trocken ist, wird ab mittags der Grill angeworfen.“ Auf der Speisekarte: Brat- und Currywurst und Pommes, wenn es kalt ist auch Kinderpunsch. Dinko Omrcen will es dabei nicht belassen. Er plant nach Ende des Lockdowns, Crêpes mit ins Angebot aufzunehmen und vielleicht auch Frühstück: „Kaffee und frische Croissants.“

Ja, räumt er ein, die Umsatzeinbußen durch den Lockdown summierten sich für ihn auf 50 Prozent im Vergleich zu „normalen“ Zeiten. Er gehöre aber nicht zu denen, die nur jammern würden. Er setze eben auf die Wurst und sei dankbar für die finanziellen Hilfen der Bundesregierung: „Das hat bei mir bislang funktioniert.“

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