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Unter neuer Regie aus Bielefeld erwartet die Freizeitanlage in Porta Westfalica ihre erste Saison

Aufbruchstimmung am Weserbogen

Porta Westfalica/...

Nach der zweiten Corona-Welle muss es in der persönlichen Freiheit, in der Gastronomie und im Reisesektor endlich Lockerungen geben. Das wünschen sich viele, viele Menschen, darunter der Queller Unternehmer Rolf Meyer zu Bentrup (49) und seine Partnerin Melanie Roolf (43).

Markus Poch

Der Campingplatz Großer Weserbogen im Januar 2021: Vorne sind die teilsanierten Versorgungsgebäude zu sehen, daneben die Stellplätze der Dauercamper. Bis zur Eröffnung, die im April/Mai geplant ist, will Rolf Meyer zu Bentrup den Badestrand aufwerten, einen Spielplatz anlegen und den Biergarten vorbereiten. Foto: Melanie Roolf

Die beiden, die bereits Campingplätze in Quelle und Lemgo betreiben, hatten, wie berichtet, im Herbst 2020 auch den einst beliebten Campingplatz Großer Weserbogen in Porta Westfalica übernommen. Nach Jahren des Stillstandes und der Vernachlässigung herrschen dort jetzt Aufbruchstimmung und gespannte Erwartung vor der ersten Saison unter dem neuen Bielefelder Konzept.

Seit November schon kreischen auf dem 30 Hektar großen Seegrundstück die Sägen und wimmern die Akkuschrauber. Nach einem Mehrstufenplan wollen die neuen Eigentümer ihre Freizeitanlage noch schöner machen als sie es zuvor jemals war. Zur Umsetzung der ersten Stufe nimmt Rolf Meyer zu Bentrup 150.000 Euro in die Hand und lässt sein Handwerkerteam ordentlich wirbeln.

Am Eingang fällt das neue Schrankensystem auf. „Jetzt ist online prüfbar, wer kommt und wer geht“, erklärt Melanie Roolf. Die dazu gehörige Rezeption soll kurzfristig vergrößert und modernisiert werden. Die Aufsicht über das Gelände haben als Platzwart Dieter Helms und seine Frau Bärbel übernommen. Auf der Agenda steht außerdem der Bau eines Abenteuer-Spielplatzes mit Wasser, Matsch und Riesenschaukel. Der Tretbootsteg wandert auf die andere Strandseite, und der Strand selbst soll mit 300 Tonnen Sand vom Hof Meyer zu Bentrup aufgewertet werden.

Dank einer rustikalen Holzverkleidung aus Fichten- und Kieferstämmen, importiert ebenfalls vom eigenen Grundstück in Quelle, haben die Versorgungsgebäude bereits eine neue Optik erhalten. Parallel wurden Fassadenflächen sowie Geländer abgeschliffen und gestrichen. Um überall Zugang zu haben, mussten Mengen an Gestrüpp zurückgeschnitten werden.

Alle Maßnahmen passierten in Abstimmung mit den Behörden. „Die Leute aus Bau- und Umweltamt sind unheimlich nett und kooperativ“, sagt Melanie Roolf. „Die haben begriffen, wie wichtig es für die Region ist, dass dieser Platz wiederbelebt wird.“

Nach einer Grundreinigung alle Räume und Funktionsprüfung der Elektrik und sämtlicher Geräte könnte der Restaurantbetrieb jetzt kurzfristig wieder loslegen. „Aber über uns schwebt noch immer die Corona-Wolke“, mahnt Rolf Meyer zu Bentrup. „Wir haben keinerlei Planungssicherheit. Deswegen bleibt die Innengastronomie 2021 lieber noch geschlossen.“

Umso größere Bedeutung messen die neue Eigentümer dem öffentlichen Biergarten zu. Der entsteht auf der Terrasse zwischen Restaurant und Liegewiese. Er soll seine Besucher mit entspannter Stimmung, einem schönen Blick auf See und Badestrand sowie mit dem verwöhnen, was Gäste des Queller Biergartens schon kennen: kleine Grillgerichte aus Reh, Hirsch und Wildschwein. Im Strandhaus soll es später Getränke, Eis, Waffeln und Crêpes geben.

Spaziergänger und Neugierige, die den Baufortschritt am Großen Weserbogen inspizieren wollen, seien bereits willkommen, sagt Rolf Meyer zu Bentrup. Als Ansporn will er Ende kommender Woche einen Kiosk eröffnen, in dem von da an immer freitags bis sonntags Heißgetränke, Pommes und Bratwürste – coronakonform – zum Mitnehmen zu haben sind.

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