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Fast 3800 Geflüchtete aus der Ukraine: Stadt verweist an Landeserstaufnahme in Bochum

Aufnahmestopp für Flüchtlinge ohne Bielefeld-Bezug

Bielefeld

Der Verwaltungsvorstand und der Krisenstab der Stadt Bielefeld haben am Dienstag einen Aufnahmestopp für ukrainische Flüchtlinge ohne Bielefeld-Bezug beschlossen. Menschen aus dem osteuropäischen Land ohne nahe Verwandte, die hier vor Ort leben, sollen in der Regel in das normale „Landesverfahren“ eingegliedert werden – so wie alle anderen geflüchteten Menschen aus anderen Ländern auch.

Ukrainer in Flüchtlingsunterkünften wie in der Seidenstickerhalle sollen möglichst schnell in bessere Wohnverhältnisse umziehen. Foto: Bernhard Pierel

Das bedeutet, dass Geflüchtete, die in Bielefeld ankommen, von nun an im Grundsatz an die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Bochum verwiesen werden. Von dort verteilt das Land die Menschen dann unter Berücksichtigung eines Verteilschlüssels an die Kommunen.

Der Leiter des Ukraine-Krisenstabs, Sozialdezernent Ingo Nürnberger, erklärt dazu: „Mittlerweile haben knapp 3800 Menschen aus der Ukraine in Bielefeld eine Zuflucht gefunden, und wir haben allen Geflüchteten sofort ein Dach übern Kopf verschaffen können. Die Stadt liegt damit bei über 150 Prozent der Aufnahmeverpflichtung. Das ist das Ergebnis einer großartigen Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hilfsorganisationen, zwischen Ehren- und Hauptamtlichen.“

Um alle Menschen unterbringen zu können, habe die Stadt beispielsweise zusammen mit den örtlichen Hilfsorganisationen große Sporthallen wie die Carl-Severing-Hallen und die Seidenstickerhalle zu Unterkünften umgebaut. „Etwa die Hälfte aller Geflüchteten in Bielefeld ist in städtischen Quartieren untergebracht. Das sind aber wirklich oft nur Notunterkünfte und die Menschen sollen möglichst schnell aus den Hallen in bessere Wohnverhältnisse umziehen, was bei dieser Zahl an Flüchtlingen eine große Herausforderung ist", so Ingo Nürnberger.

Und auch wenn der Umzug geklappt habe, müssten die geflüchteten Menschen weiterhin eng betreut werden und es würden  Kita- und Schulplätze für die Kinder benötigt. Nürnberger: "Diesen Aufgaben werden wir uns mit großem Engagement stellen. Dabei werden wir darauf achten, dass das für alle in der Stadt funktioniert – für die aus der Ukraine vertriebenen Menschen, aber auch für alle, die schon länger oder immer in Bielefeld leben.“

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