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Bielefelder Amt für Verkehr saniert Aussichtsplattform und erneuert Hinweisschilder

Ausblick auf das Biotop Lutterquelle

Bielefeld

Ein Bach, zwei Quellen – das ist schon etwas Besonderes im Bielefelder Süden und soll wieder stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Nach Mehrheitsbeschluss in der Bezirksvertretung Brackwede hat jetzt das Amt für Verkehr reagiert und die Aussichtsplattform an einer der beiden Lutterquellen saniert

Kerstin Sewöster

Ein Blick auf die Lutterquelle am Fuße des OWD. Das Amt für Verkehr hat die Plattform erneuert und die Beschilderung aufgearbeitet. Besucher des Biotops gelangen dank eines befestigten Weges nun auch trockenen Fußes in das Wäldchen. Foto: Kerstin Sewöster

Etwa 7000 Euro habe es gekostet, die vorhandenen Stahlträger aufzuarbeiten, die marode Holzplattform zu entsorgen und eine neue anzulegen, wie Florian Reichert vom Amt für Verkehr erläutert. Aufgearbeitet wurde auch die Informationstafel zum bedeutenden Biotop.

Damit interessierte Bürger auch garantiert den Weg zur in einem kleinen Wald gelegenen Quelle finden, wurde ein zusätzliches Schild direkt an der Osnabrücker Straße aufgestellt. Wo früher ein Wiesenpatt vom Fußgängertunnel bis ins Wäldchen führte, befindet sich nun ein befestigter Weg.

Insbesondere die CDU hatte sich in der Vergangenheit dafür stark gemacht, die Lutter, die von Brackwede über Gütersloh führt und nach gut 25 Kilometern in die Ems fließt, stärker ins Bewusstsein zu rücken. Das geschah vor allem mit Blick auf die Bemühungen, im Bielefelder Stadtgebiet die Weser-Lutter wieder sichtbar zu machen und frei zu legen.

Marco Wiegand-Butzkies, beim Umweltamt zuständig für Oberflächengewässer, sieht das wieder aufgelebte Interesse an den Lutterquellen durchaus kritisch. Der Quellbereich ist laut Bundesnaturschutzgesetz ein besonders geschütztes Biotop. Ein Quellbiotop könne Heimat für seltene Pflanzenarten, Wassertiere und Insekten sein, betont Wiegand-Butzkies.

Empfindlich gestört würden die Arten durch Hunde, die durchs Wasser laufen, planschende Kinder und Besucher, die ihren Müll in der Natur hinterlassen, sagt Wiegand-Butzkies.

Mit ihren Ursprüngen hat die Lutterquelle am Fuße des Bahndammes nur noch wenig zu tun. Die eigentlichen Lutterquellen befänden sich unterhalb des Bahngeländes, weiß Wiegand-Butzkies und betont, dass das für die Wasserqualität unbedenklich sei. Die Weser-Lutter, die Richtung Bielefeld fließt und ihrem Namen entsprechend in die Weser mündet, sei übrigens ein künstliches Konstrukt, wurde früher von der Lutter abgezweigt, um die Leineweberstadt mit Wasser zu versorgen.

Der gesamte Bereich des Bahngeländes war einmal Quellgebiet. „Heute würde man dort wohl nicht mehr bauen“, sagt Gewässerfachmann Wiegand-Butzkies.

Um die Gleise trocken zu halten, wurden die Quellen eingefasst. Direkt an den Gleisen ist die so genannte alte Lutterquelle zu sehen, nach der auch die kleine Straße „Zu den Lutterquellen“ benannt ist. Oder besser: wäre eigentlich zu sehen. Der Wasseraustritt aus dem Schacht in der Nähe des Stellwerks ist stark zugewuchert.

Das war nicht immer so. Bereits 1990 errichtete das Wasserschutzamt eine Aussichtsplattform. Über eine Betontreppe war diese Lutterquelle in einer Tiefe von drei Metern zu erspähen, bis die Natur den Blick versperrte. 2006 ergriffen der ehemalige Feuerwehrchef Uwe Prante und einige Mitstreiter die Initiative und legten die Quelle frei.

Doch mittlerweile hat die Natur erneut die Regie übernommen. Während sich bislang nur vereinzelt Besucher zu den Lutterquellen aufmachen, sind die Lutterauen zwischen Naturbad fast bis zur Gesamtschule ein begehrtes Terrain für Spaziergänger.

Und auch dieses Idyll wird aufgewertet. Die sechs Tafeln, auf denen über Lebensräume für Flora und Fauna informiert wurde, sind abgebaut und werden ersetzt. In diesem Frühjahr soll die neue Beschilderung fertig sein.

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