Projekt an der Greifswalder Straße in Bielefeld steht nach vielen Verzögerungen nun vor der Umsetzung

Bau der Stadtteilküche Sieker startet bald

Bielefeld (WB). Die Stadtteilküche in Sieker kommt. „Wir sind kurz vor dem ersten Spatenstich“, sagt Sven Dodenhoff vom städtischem Bauamt. Die ersten Arbeiten für das mit etwa 1,1 Millionen Euro kalkulierte Projekt seien bereits ausgeschrieben und zum Teil auch schon vergeben, vermutlich im Oktober solle mit dem Bau begonnen werden. Wenn alles gut laufe, so Dodenhoff, könne die Stadtteilküche im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen.

Hendrik Uffmann

Das neue Team des Quartiersmanagements mit (von links) Annika Litschel (Geschäftsführerin SkF), Uwe Preuß (Soziapädagoge) und Jonas Runge (Planer). Foto: Hendrik Uffmann

Damit geht das Vorhaben, direkt neben dem Jugendhaus an der Greifswalder Straße in Sieker eine weitere Anlaufstelle für das Quartier zu schaffen, nach vielen Verzögerungen nun auf die Zielgerade. Entstanden war das Projekt im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Insek) für Sieker, um die Situation in dem als Problemgebiet geltenden Areal in Sieker zwischen Greifswalder- und Stralsunder Straße zu verbessern. Von den Bewohnern des Quartiers war der Vorschlag gekommen, einen Ort einzurichten, an dem gemeinsam gekocht werden kann. Seit dem hat sich das Konzept jedoch deutlich ausgeweitet. „Es wird viel mehr sein als eine Küche, es wird ein Treffpunkt und ein Gemeinschaftshaus für alle Menschen im Viertel“, sagt Stieghorst Bezirksbürgermeister Reinhard Schäffer (SPD).

Die Realisierung des Projekts hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Ursprünglich hatte die Stadtteilküche schon 2017 gebaut werden sollen. Unter anderem eine von der Politik beschlossene Veränderungssperre für das gesamte Areal entlang der Greifswalder Straße kam dazwischen. Diese hatte dafür gesorgt, dass die neue Nutzung nicht rechtzeitig beschlossen werden konnte, so dass Fördergelder nicht hatten abgerufen werden können.

Neue Förderanträgen gestellt

Nach einem positiven Beschluss der Bezirksvertretung Stieghorst im März 2019 waren dann Fragen nach den Lärm- und Geruchsemissionen dazwischen gekommen. Bis es in dieser Frage Einigkeit zwischen dem städtischen Bauamt und der Bezirksregierung in Detmold gab, hatte die Zeit jedoch nicht mehr ausgereicht, die Stadtteilküche so rechtzeitig zu bauen, dass die erneut zugesagten Fördergelder im vorgeschriebenen Zeitraum bis Ende 2019 wieder nicht hätten abgerufen werden können.

Daraufhin hatte die Stadt Anfang des Jahres neue Förderanträgen gestellt, die positiv beschieden wurden.

Gebaut werden soll die Stadtteilküche nun direkt neben dem Jugendhaus, in dem sich auch das Quartiersbüro befindet. Entstehen soll sie als eingeschossiger Bau mit etwa 250 Quadratmetern Nutzfläche. Darin soll es eine Schulungsküche und einen großen Gemeinschaftsraum geben, der bei Bedarf geteilt werden kann. Darüber hinaus sind auch neue Beratungs- und Büroräume vorgesehen. Neben der Stadtteilküche soll ein getrenntes Backhaus entstehen.

Mit den Bewohnern im Viertel soll aber auch noch die Ausstattung des Gebäudes geplant werden. „Wir sprechen mit den Menschen, was sie sich für die Stadtteilküche wünschen“, so Jonas Runge, Stadtplaner und neu im Quartiersmanagement in Sieker.

Neues Quartiersmanagement

Ausgeweitet wird in dem Stadtumbaugebiet „Soziale Stadt Sieker“ auch das Quartiersmanagement. Zum 1. Juni hat dieses der Verein Sozialdienst katholischer Frauen zusammen mit dem Planungsbüro Drees und Huesmann übernommen. Durch einen Förderbescheid in Höhe von 240.000 Euro, der bis Ende 2022 läuft, stehen nun auch mehr Stunden zur Verfügung, erklärt Sven Dodenhoff (Bauamt).

Auch personell gibt es einen Wechsel. Heidi Kleinehagenbrock, die viele Jahre lang als Quartiersmanagerin in Sieker aktiv war, ist in den Ruhestand gegangen. Nachfolger sind der Sozialpädagoge Uwe Preuß, der schon seit sieben Jahren im Jugendhaus in Sieker im Einsatz ist, und Jonas Runge, Stadtplaner beim Büro Drees und Huesmann.

Montags bis freitags wird Uwe Preuß jeweils ab 12 Uhr im Quartiersbüro an der Greifswalder Straße 17 vor Ort sein. Viele Projekte, die bereits laufen wie die Sieker Gärten und das Taschengeld-Projekt, bei dem Jugendliche zweimal wöchentlich im Quartier Müll sammeln, sollen weitergeführt werden, sagt Uwe Preuß. „Wir wollen aber auch Ideen und Vorschläge sammeln, mit denen die Menschen im Viertel auf uns zu kommen, um diese gemeinsam mit ihnen umzusetzen.“

Um die Bewohnerschaft zu aktiveren, sind eine neue Homepage und Flyer in Arbeit, mit denen sich das neue Team vorstellen will.

Seit dem Beginn des Insek-Programms in Sieker 2008 sei das Gebiet zwischen Stralsunder- und Greifswalder Straße, in dem etwa 6000 Menschen leben, deutlich aufgewertet worden, so Sven Dodenhoff, unter anderem durch die Sieker Gärten, neue Sportplätze und die Sanierung der Wohnhäuser. „Die Lebensqualität ist deutlich gestiegen.“

Startseite