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Der Komiker witzelt in der Stadthalle Bielefeld über die Miesepetrigkeit der Deutschen

Bernd Stelter sucht das Glück

Bielefeld (WB/pan). Wenn das Leben nur aus Wochenenden bestünde, dann wären die Menschen glücklicher. „Wir leiden alle am Robinson-Crusoe-Syndrom, wir warten alle auf Freitag“, lautet die Diagnose von Bernd Stelter.

Bernd Stelter hatte in der Stadthalle zahlreiche Pointen und ein paar Lieder dabei. Foto: Kerstin Panhorst

Der Komiker gastierte mit seinem Programm „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ im kleinen Saal der Stadthalle und klärte dort mehr als 500 Besucher über den Unsinn einer Work-Life-Balance und den Sinn von Glücksmomenten auf.

Deutschland macht nicht glücklich, im Gegenteil, hat Stelter festgestellt: „Die Deutschen sind Weltmeister der Miesepetrigkeit“. Deshalb hat der 58-Jährige einen Blick über die Ländergrenzen geworfen und auf die Statistik mit den glücklichsten Nationen, die von den Finnen und Isländern angeführt wird. Warum, darüber ist sich Bernd Stelter unsicher angesichts der dortigen negativen lokalen Bedingungen. „Der Finne verbringt den ganzen Sommer in der Sauna, damit er nicht von Mücken perforiert wird“, hat er herausgefunden. Und auch bei den Isländern hat er nachgeforscht: „350.000 Menschen leben da auf einer furzenden Insel, haben nicht mal genug Geld für Nachnamen, und es ist monatelang dunkel.“

„Genau das richtige Maß“

Dass gerade die Skandinavier trotzdem am Glücklichsten sind, könnte allerdings auch etwas mit Begriffen zu tun haben, die es im Deutschen nicht gibt. Worte wie „Friluftsliv“ für „Freiluftleben“, „Lagum“ für „Genau das richtige Maß“ oder auch „Hygge“ für eine soziale Form der Gemütlichkeit lassen sich allerdings nicht so einfach in Deutschland etablieren. Das musste Bernd Stelter bereits bei einem gescheiterten dänischen Dinner mit Salzhering und Zimtschnecken feststellen. „Ein Wort aus dem Finnischen müssen Sie sich aber unbedingt merken“, rät der Komiker dem Bielefelder Publikum: „Kalsarikännit, das bedeutet so viel wie sich in Unterhosen alleine im Dunkeln betrinken.“

Wenn gerade kein Alkohol zur Hand ist, tun es auch ein paar Pointen des Schauspielers (RTL-Sitcom „Bernds Hexe“) und Fernsehmoderators („7 Tage, 7 Köpfe“), der inzwischen auch als Autor („Wer abnimmt, hat mehr Platz im Leben“) erfolgreich ist. Die wirken allerdings manchmal etwas altbacken und auf dem Niveau eines 50er-Jahre-Herrenwitzes („Montage sind männlich – sie kommen immer zu früh“), bringen das Publikum aber dennoch zum Lachen.

„Gehirnleistungsüberlastungsanstalt“ für Schule

Vor allem, wenn Stelter sich verkleidet und in die Rollen eines Bauern aus dem Sauerland oder eines Teenagers der Generation Z schlüpft und präsentiert, was er für Jugendsprache hält, zündet der Humor. Kalauer wie der „Bescheiniger der gelb-grünen Tomate“ alias Mittlere Reife oder „Gehirnleistungsüberlastungsanstalt“ für Schule sorgen für kurzweilige, unterhaltsame Momente.

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