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Bielefelder Pastor Ulrich Pohl hat wenig Verständnis für vehemente Impfgegner

Bethel-Chef beklagt Panikmache durch Anti-Impf-Kampagne

Bielefeld

Der Vorstandsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Pastor Ulrich Pohl, hat wenig Verständnis für vehemente Gegner einer Corona- Schutzimpfung. „Furcht vor Impfungen gibt es generell, gab es immer“, sagte er im Interview mit der Betheler Monatszeitung „Der Ring“. Aber durch die sozialen Medien kämen irreale Ängste dazu.

Von epd

Pastor Ulrich Pohl. Foto: Thomas F. Starke

"Da werden Schauergeschichten erzählt, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind“. Das sei neu in der Anti-Impf-Kampagne. Er selbst könne sich nicht vorstellen, dass Nicht-Geimpfte dauerhaft im sozialen Bereich, vor allem im direkten Kontakt mit vulnerablen Menschen, arbeiten können.

Lösungen finden für Ungeimpfte

„Ich kenne ungeimpfte Mitarbeitende, die freigestellt sind, digital arbeiten oder sich täglich testen“, sagte Pohl. Das sei aber letztlich kein Zustand, da müsse eine andere Lösung gefunden werden. „Die zur Not aber auch heißen kann: Unsere Wege trennen sich“, erklärte der Chef eines der größten diakonischen Unternehmen in Europa.

Bethel hat nach eigenen Angaben viel Aufwand betrieben, um allen Mitarbeitenden sowie den von ihnen betreuten Klientinnen und Klienten ein Impfangebot zu machen. Wenn aus gesundheitlichen Gründen eine Impfung nicht möglich sei, müsse das akzeptiert werden, sagte Pohl. Das betreffe allerdings vergleichsweise wenige Menschen in der Bevölkerung.

Pastor Ulrich Pohl

Bei den anderen müsse man an ihre soziale Verantwortung appellieren. „Aber wenn sie auf ihrer Position beharren, müssen sie auch die Konsequenzen tragen“, betonte Pohl. Zur Not sei er auch für eine generelle Impflicht, wenn sich nicht genügend Menschen zur Impfung bewegen lassen.

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zählen zu den größten diakonischen Werken Europas. Rund 230.000 Menschen werden nach Angaben des Vorstands jährlich von dem Werk betreut, behandelt oder ausgebildet. Die Zahl der Bethel-Beschäftigten in Voll- und Teilzeit stieg den Angaben nach zuletzt um knapp zwei Prozent auf 20.448.

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