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Gottesdienste, Feste, Ausstellungen, Aktionen und Fachtagungen im Jahr 2017

Bethel feiert 150. Geburtstag

Bielefeld (WB). Bethel wird 150 und das wird gefeiert: 1867 wurden die ersten drei »epileptischen Knaben« in Bethel aufgenommen.

Burgit Hörttrich

Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen, wirbt für das Jubiläumsjahr. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Idee dazu ging von der Rheinisch-Westfälischen Anstalt für Epileptische, unterstützt von Bielefelder Kaufleuten, aus. Erster Anstaltsleiter war Pfarrer Friedrich Simon, ihm folgte 1872 Pastor Friedrich von Bodelschwingh. Und: Die Gründungsveranstaltung fand nicht etwa in Bielefeld, sondern in Dortmund statt.

Das Jubiläum wird 2017 mit Gottesdiensten, Festen, Ausstellungen, Aktionen und Fachtagungen unter der Überschrift »Für Menschen da sein« gefeiert – in den vier Betheler Regionen Berlin/Brandenburg, Niedersachsen, Ruhrgebiet und Ostwestfalen.

Festwochenende in der Bielefelder Stadthalle

Das große Festwochenende findet allerdings in der Bielefelder Stadthalle statt: Am 24. und 25. Juni unter anderem mit Mitarbeiter-Party, Bläserchören, einer Geburtstagsfeier mit Eckart von Hirschhausen als Moderator und Sänger Max Raabe. Die 1500 Plätze seien, so erklärt Bethel-Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl, »nach einem ausgeklügelten Schlüssel vergeben worden, denn sie sind natürlich heiß begehrt«. Mindestens ebenso begehrt wie ein Auftritt beim Zirkus Roncalli: 80 Menschen mit Behinderungen geben im Sommer 2017 mit Roncalli-Artisten eine besondere Vorstellung – allerdings wohl in Berlin.

Eine weitere Großveranstaltung ist in Bielefeld aber am 16. und 17. September geplant. Unter dem Motto »Bethel entdecken« gibt es einen Erlebnispfad, der vom Alten Markt über die Sparrenburg bis zum Bethelplatz führt. Dort wird dann an zwei Tagen das Ortschaftsfest gefeiert. Mit eingeweiht wird an diesem Wochenende auch der neue Saronplatz.

Fotoausstellung von Jim Rakete

Zu den Höhepunkten des Programms mit gut 100 Veranstaltungen gehört am 17. Januar die Eröffnung der Fotoausstellung »Wir sind viele« im Deutschen Bundestag. Der prominente Fotograf Jim Rakete hat 50 Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Stiftungen betreut werden, aufgenommen. Jim Rakete, so Pastor Pohl, habe ohne Honorar »für Bethel« gearbeitet, ebenso wie die anderen Prominenten, die sich im Laufe des Jubiläumsjahres engagieren, auch.

So kämen 150 Prominente als Botschafter des Bethel-Jubiläums auf der Bethel-Homepage zu Wort. Dazu gehören unter anderem die Ministerpräsidenten Hannelore Kraft (NRW) und Stefan Weil (Niedersachsen), die Bundesminister Hermann Gröhe und Manuela Schwesig und Schauspielerin Martina Gedeck. Einen eigenen Jubiläums-Etat gebe es nicht, denn ins Jahr integriert seien auch Traditionsveranstaltungen wie Hausfeste oder die Bethel Athletics.

Zwei TV-Gottesdienste

Verzichtet werde auch auf eine »klassische Festschrift«. Dafür bekommen die Mitarbeiter als Weihnachtsgabe einen Veranstaltungskalender 2017. Der führt unter anderem auch die beiden Fernsehgottesdienste auf: den am 24. Dezember 2017 (ZDF) und den am Ostermontag 2017 (ARD). Pohl räumt ein, lieber wäre ihm der Ostersonntagsgottesdienst gewesen, aber: »Gegen den Segen des Papstes Urbi et Orbi hatte Bethel keine Chance.« Immerhin: Konkurrenz zum Luther-Jahr habe es nicht gegeben, versichert Pohl.

Kulinarische Höhepunkte gibt es auch: Einmal monatlich wird in Bethel historisch nach Rezepten aus dem 19. Jahrhundert gekocht: Sauerampfersuppe, Saubohnen mit Kassler, Reisbrei mit Apfel.

Für alle leidenschaftlichen »Schatzsucher«: Im Jubiläumsjahr werden in Bethel 150 Geocaches ausgelegt – der 151. in den tansanischen Usambara-Bergen. Wer Ende 2017 die meisten Geocaches gefunden hat, bekommt als Preis eine Wochenendeinladung ins Hotel Lindenhof in Bethel.

Pastor Pohl betont, dass das Jubiläumsjahr in erster Linie gedacht sei für »Mitarbeiter und für die Menschen, die betreut werden«.

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