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Pädagoge Ludmar Gunst (54) erhält Auszeichnung in Berlin

Bielefelder ist einer der besten Lehrer Deutschlands

Bielefeld (WB). Ludmar Gunst gehört zu Deutschlands besten Lehrern. Der Pädagoge der Bielefelder Marienschule hat am Montag in Berlin den Deutschen Lehrerpreis 2014 in der Kategorie »Schüler zeichnen Lehrer aus« erhalten.

Michael Schläger

Foto: Bernhard Pierel

Eigentlich macht der 54-jährige Lehrer, der die Fächer Geschichte, Deutsch und katholische Theologie unterrichtet, gar nicht gern so viel Aufhebens um seine Person. »Ich möchte, dass die Schüler eigenständiges Denken lernen«, sagt er über seine Arbeit. Diese Einstellung scheint bei den jungen Leuten anzukommen. Bei der Abiturfeier im vergangenen Sommer jedenfalls war Gunst ganz schön überrascht, als die Schüler seines damaligen Geschichte-Leistungskurses ihn wissen ließen: »Ach übrigens, wir haben Sie für den Deutschen Lehrerpreis« vorgeschlagen«. »Ich war überwältigt«, erzählt Gunst.

Die Auszeichnung wird vom Deutschen Philologenverband und der Vodafone Stiftung vergeben. Zusammen mit Gunst wurden gestern 14 weitere Pädagogen in der Kategorie »Schüler zeichnen Lehrer aus« geehrt. Darüber hinaus wurden sechs Pädagogen-Teams für ihre innovativen Unterrichtskonzepte ausgezeichnet.»Herr Gunst steht für abwechslungsreichen Unterricht, schulische und außerschulische Förderung, Respekt und Vertrauen, hohe soziale Kompetenz, Spontaneität und Vielseitigkeit.« So haben es seine frühere Leistungskurs-Schüler in ihrem »Bewerbungsschreiben« formuliert. Eine Fachjury wählte ihn schließlich in den Kreis der 15 Besten.

Die Ehrung nahm NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann als Präsidentin der Kultusministerkonferenz vor .»Wir haben Geschichte nicht gemacht, um zu wissen, was im Jahre 1851 war, sondern um heutige Entwicklungen kritisch beurteilen zu können und um aus der Geschichte zu lernen«, lautet ein Schülerlob, das ebenfalls zum Wettbewerb eingereicht wurde. »Ich möchte Lust an der Erkenntnis wecken«, sagt Gunst. Dazu gehöre für ihn auch, dass er Meinungen respektiere und ernst nehme. »Man wird nicht behandelt wie ein Schüler, sondern wie ein Mensch, der sich noch entwickelt«, heißt es in einem anderen Schülerurteil über Gunst.

Der Pädagoge ist der Marienschule seit seiner Referendarzeit treu geblieben. Er selbst ist in Bonn geboren, hat sein Abitur im benachbarten Rheinbach gemacht und anschließend in Bonn studiert. Fürs zweite Staatsexamen kam er an das Bielefelder Studienseminar, ist dort geblieben und hat es nicht bereut. »Ich mache meinen Job«, sagt Gunst bescheiden. Der ist in Zeiten von Schulzeitverkürzung und prallvollem Lehrplan nicht einfacher geworden. Aber Gunst scheint dabei den richtigen Weg zu beschreiten. Noch ein Schüler-Lob: »Nicht selten saß man in einem anderen Unterricht und stellte fest, dass man nicht nur auf Datenwissen zurückgreifen konnte, sondern auch durch die von Herrn Gunst vermittelte Präzision und Denkweise das Thema schneller und umfassender durchschauen konnte.«

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