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Staatsschutz ermittelt nach Vorfall an der Ernst-Rein-Straße

Bielefelder Moschee mit Parolen beschmiert

Bielefeld (WB/sb). Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag die Wände am Eingang der Merkez-Moschee an der Ernst-Rein-Straße mit Parolen beschmiert. »Der Staatsschutz der Polizei ermittelt«, berichtet Polizeisprecherin Hella Christoph. Denn ein politischer Hintergrund sei möglich. Die Parolen sind Schriftzüge der in Deutschland verbotenen Kurdische Arbeiterpartei PKK, der Kurdenmiliz YPG und der Außerparlamentarischen Opposition APO.

Auch das Kürzel der Kurdischen Arbeiterpartei PKK wurde aufgesprüht. ­ Foto:

Die Merkez-Moschee hingegen gehört zum Moschee-Verband Ditib, den Kritiker als verlängerten Arm des türkischen Staats sehen. Ein Mitglied der Merkez-Moschee-Gemeinde hatte die Schmierereien an drei Stellen am Sonntag gegen 9 Uhr entdeckt. »Das war natürlich ein Schock«, sagt Adil Önder, Vorsitzender der Merkez-Moschee-Gemeinde.

Moschee-Gemeinde: »Bereits drei Vorfälle in diesem Jahr«

Die Gemeinde erstattete Anzeige und meldete den Vorfall auch dem Türkischen Konsulat und dem Ditib-Verband in Köln. Hinweise auf die Verursacher gibt es noch nicht. »Wir ermitteln wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung«, sagt Polizeisprecherin Hella Christoph. Der Schaden liege bei etwa 1500 Euro. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise unter Telefonnummer 0521/5450.

Die Merkez-Gemeinde entfernte die Parolen von den Wand. Nach Angaben von Adil Önder habe es in diesem Jahr bereits drei Schmierereien an der Moschee gegeben. »Es ist schade, dass das ausgerechnet bei uns passiert«, sagt Önder. »Denn unsere Tür steht allen Menschen offen.« Zudem setze die Gemeinde auf Toleranz. Für sein Engagement war Adil Önder im November mit dem Bielefelder Inte­grationspreis ausgezeichnet worden.

Die Merkez-Moscheegemeinde ist mit 500 Mitgliedern die größte Moschee-Gemeinde der Stadt.

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