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Großes Interesse an zahlreichen Veranstaltungen in der Innenstadt

Bielefelder Nachtansichten: 8000 Besucher, 46 Kulturorte

Bielefeld

Bei den 20. Bielefelder Nachtansichten am 30. April 2022 wurden rund 8000 Tickets verkauft. Insgesamt haben 46 Kulturorte am Event teilgenommen. Die Zahlen liegen damit über denen des Vorjahres, sagt Jens Siekmann von der Veranstalterin Bielefeld Marketing.

Von Burgit Hörttrich

Die Lasershow im Freibad Wiesenbad war einer der Höhepunkte der Bielefelder Nachtansichten. Foto: Thomas F. Starke

„Es ist gelungen, die Stadt richtig interessant zu machen“, zieht Martin Knabenreich, Geschäftsführer der veranstaltenden Bielefeld Marketing, Bilanz der 20. Ausgabe der „Nachtansichten“. Niemand habe erwartet, dass „Rekorde gerissen“ würden.

Deshalb sei er auch zufrieden damit, dass für die lange Kulturnacht am Samstag „nur“ rund 8000 Eintrittsbändchen verkauft worden seien - und damit ein Viertel weniger als in Vor-Corona-Jahren.

2019 waren es noch 12.500 Tickets, 2018 sogar 15.000. Allerdings: Bei den „Herbst-Nachtansichten“ im September 2021  wurden nur 5000 Eintrittsbändchen abgesetzt.

Auch wenn die Hoffnungen der Veranstalterin Bielefeld Marketing  – die Zahl verkaufter Tickets für die Kultureinrichtungen betreffend – noch nicht ganz erfüllt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Steigerung zu verzeichnen. Die Kulturorte zeigen sich zufrieden und geben einhellig ein positives Feedback. Die Stimmung in der Innenstadt war wieder einmal fantastisch.

Highlight: Lichtshow im Wiesenbad

Die Innenstadt jedenfalls war gut besucht, vor einigen der Kulturorte - 46 Museen, Kirchen, Galerien haben sich beteiligt -  bildeten sich zeitweise sogar Warteschlangen. Lichtinstallationen wie etwa auf dem Klosterplatz oder die Illumination der Rathaus-Fassade konnten komplett kostenfrei erlebt werden, für die Shows im Wiesenbad allerdings war es zwingend erforderlich, in ein Eintrittsbändchen investiert zu haben.

Eigentlich waren dort „nur“ fünf Vorstellungen der Choreografien aus Licht, Feuer, Laser und Wasser geplant, der übergroßen Nachfrage wegen wurden noch zwei weitere eingeschoben:  3519 Menschen insgesamt feierte die Elf-Minuten-Shows mit „Ooohs“ und „Aaaahs“ und Applaus.

Der Verkauf der Eintrittsbändchen - im Vorverkauf wurden 3500 abgesetzt - finanziere das Rahmenprogramm, betont Martin Knabenreich. Er sei froh, trotz der niedrigeren Zahlen, „nichts drauflegen“ zu müssen: „Bei 7500 verkauften Tickets sind wir als Veranstalter bei Plusminus Null.“

20 Jahre Nachtansichten:  Eine Licht-Illumination  auf der Fassade des Alten Rathauses  feierte den „Geburtstag“ des Kulturfestes. Foto: Thomas F. Starke

In früheren Jahren hätte die lange Kulturnacht ein „kleines finanzielles Polster“ geschaffen, mit dessen Hilfe Stadtmarketing-Veranstaltungen hätten bezahlt werden können, die nicht kostendeckend seien. Knabenreich: „Das ist eben eine Mischkalkulation.“

Martin Knabenreich betont aber auch, dass Bändchen-Trägerinnen und -träger im Durchschnitt sechs Kulturorte „schaffen“ würden: „Das sind dann immerhin 56.000 Besuche.“  Die „Nachtansichten“ seien  für ihn auch ein „Auftakt zu dem, was jetzt noch kommt: La Strada, Leinewebermarkt...“  Die „Generalprobe“ sei gelungen, ist Knabenreich zufrieden.

Man habe gemerkt, dass Bielefelder und Auswärtige sich gefreut hätten, nach zwei Pandemie-Jahren „einfach mal wieder raus zu kommen“. In der Innenstadt jedenfalls mischten sich Kulturinteressierte und Partyvolk, Menschen beim Einkaufsbummel und Junggesellenabschiede - trotz  einer, so Knabenreich, „immer noch herrschenden gewissen Schau vor Veranstaltungen, die in Innenräumen stattfinden“.

Licht ins Dunkel der letzten Aprilnacht brachten eben Illuminationen wie die im Wiesenbad, an der Rathausfassade oder auf dem Klosterplatz. Die Beteiligten aus den Kulturorten hätten jedenfalls durchweg positive Rückmeldungen gegeben.

Einer von ihnen ist Dr. Holger Schettler, einer der „Macher“ des neuen Murnau-Massolle-Filmforums in Hillegossen. Das „MuMa“, im Januar erst eröffnet, bot bei den „Nachtansichten“ zum ersten Mal die Möglichkeit, sich die Ausstellung  außerhalb einer Gruppenführung anzuschauen. Schettler freute sich über die Resonanz: „Als wir öffneten, warteten schon bestimmt 40 Interessierte vor der Tür und der erste Shuttlebus war ebenfalls ziemlich voll.“

Mit Vorfilmen aus den 1950er und 1960er Jahren bot das MuMa „großes Kino“. Schettler hofft, dass das MuMa spätestens mit Eröffnung der nächsten Sonderausstellung  „100 Jahre Tonfilm - als die  Bilder sprechen lernten“ am 17. September reguläre Öffnungszeiten anbieten zu können.

Viele der Kulturorte boten nicht nur Kuchen oder Kartoffelsalat, belegte Brötchen oder Bratwurst an, sondern  auch spezielle Programme für Kinder. Das Naturkundemuseum Namu etwa begeisterte mit besonderen Gästen: den Clowninnen Minni und Lakritze, die in tierischer Begleitung gekommen waren. Mit „pädagogischen Anspruch“ natürlich. Minni und Lakritze: „Manfred Salamander und Franz Chamäleon sollen  hier etwas über ihre Familien lernen.“

Veranstaltung für 2023 geplant

Martin Knabenreich freut sich darüber, dass nicht nur etablierte  Einrichtungen in der langen Kulturnacht dabei waren, sondern auch „die freie Szene ihre Chance  genutzt“ habe: „Das ist doch toll, wenn etwa 250 Menschen  zum Beispiel das Chaco Atelierhaus kennengelernt haben.“

Und natürlich soll es am letzten Aprilsamstag 2023 wieder eine lange Kulturnacht geben.  Möglicherweise, so Knabenreich, eine mit „angepasstem Konzept“.

Die drei bestbesuchten Kultureinrichtungen des Jahres 2022 sind: Kommunale Galerie (Rathaus), 5.306 Besucher und Besucherinnen. Samuelis Baumgarte Galerie, 5.250 Besucher und Besucherinnen. Wiesenbad, 3.519 Besucher und Besucherinnen.

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