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Umweltbetrieb berichtet von extremen Bedingungen in Bielefeld – Kaum Hilfe von privaten Firmen

Bilanz nach dem Schneechaos

Bielefeld (WB/peb)

Die erheblichen Einschränkungen auf Bielefelds Straßen, der Ausfall von Bussen, Bahnen und Müllabfuhr hatten Dienstag ein politisches Nachspiel. Nachdem die FDP dem Winterdienst des Umweltbetriebs in der vergangenen Woche pauschal ein nicht effektives Arbeiten vorhielt, sollte die UWB-Leitung im Betriebsausschuss jetzt ihr Vorgehen erklären.

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Das Schneeräumen war auf Straßen und an Haltestellen ein Kraftakt. Foto: Bernhard Pierel

Die FDP war unzufrieden damit, dass Nebenstraßen erst Tage nach den massiven Schneefällen geräumt wurden. Sie fragte daher nach dem Material- und Personaleinsatz, mit dem der UWB gegen die Schneemassen vorgegangen ist.

Der UWB machte klar: 36 Stunden Dauerschneefall mit Verwehungen am 6. und 7. Februar seien für Bielefelder Verhältnisse ein Extremereignis. Die Sperrung der A2 mit Ausweichverkehr im Stadtgebiet habe die Lage verschärft. Mitarbeiter hätten teils mehr als 14 Stunden gearbeitet.

Private Unternehmen mit entsprechenden Fahrzeugen für den Winterdienst zu rekrutieren, sei ein Problem. Trotz Ausschreibungen in den vergangenen Jahren hätten sich nur wenige Firmen gemeldet, um sich auch für Feiertage und Wochenenden zu verpflichten.

Laut UWB wurden an den schneereichen Tagen auch eigene Mitarbeiter aus anderen Bereichen wie der Grünunterhaltung für den Winterdienst eingesetzt, ebenso einige Müllfahrer. Allerdings hätten für sie nicht genügend Fahrzeuge und Schneeschaufeln zur Verfügung gestanden.

Zweifel äußerte die FDP an der Priorisierung bei der Räumung, weil in Fußgängerzonen Schnee bereits abtransportiert wurde, während „manche Nebenstraße noch keinen Schneepflug gesehen hatte“ und Bushaltestellen ebenfalls nicht geräumt gewesen seien.

Bei der Priorität folge man einer Gefahreneinschätzung, so der UWB: Von 850 Straßenkilometern lägen 400 in der Räumstufe 1, weil sie besonders verkehrswichtig oder bei Glätte besonders gefährlich seien. Notfälle von Polizei oder Feuerwehr würden aber vorrangig unterstützt. Zudem müssten in Nebenstraßen der Reinigungskategorie 7 Anlieger selber die Fahrbahn von Schnee befreien. Und die Fußgängerzone sei trotz Corona für die Versorgung wichtig. Dort müsse Platz für Lieferfahrzeuge geschaffen werden. Es kämen Räumfahrzeuge zum Einsatz, die an anderen Stellen, etwa an Bushaltestellen, gar nicht eingesetzt werden könnten.

Dass es Tage dauerte, bis Bahnen und Busse wieder fahren konnten, lag offenbar auch an fehlender Abstimmung: Zwar gebe es jährlich Planungstreffen, allerdings keine konkreten Absprachen für „extrem außergewöhnliche Witterungsereignisse“. Erst am 10. Februar habe Mobiel Unterstützungsbedarf signalisiert.

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